Ärger über 95 falsche Bescheide der Stadtwerke Duisburg

Mal ein irrtümlich zugestellter Bescheid für Strom, mal für Gas und mal für Wasser: Karl-Heinz Ecker hat sich mächtig über die Stadtwerke geärgert.
Mal ein irrtümlich zugestellter Bescheid für Strom, mal für Gas und mal für Wasser: Karl-Heinz Ecker hat sich mächtig über die Stadtwerke geärgert.
Foto: picture-alliance/ dpa
Was wir bereits wissen
Stadtwerke Duisburg schicken Karl-Heinz Ecker Rechnungen und Mahnungen für Wohnungen, die er nie besessen oder vor mehr als zehn Jahren verkauft hat.

Duisburg.. Mehrfach hat die WAZ zuletzt über Menschen berichtet, die irrtümlich für fremden Strom bezahlen sollten – Fälle, die nur einen kleinen Teil der variantenreichen Stadtwerke-Pannenserie bei Abrechnungen in den vergangenen Jahren ausmachen, die aber vor allem eines eint: der indiskutable Umgang mit den betroffenen Kunden. Was Karl-Heinz Ecker mit dem hiesigen Energieversorger erlebt hat, toppt alle bisherigen Berichte.

Zwischen dem 26. Februar und dem 18. November 2014 sind ihm insgesamt 95 Bescheide ins Haus geflattert. Mal für Strom, mal für Gas und mal für Wasser mit einer Zahlungsaufforderung von im Schnitt jeweils 1800 Euro, so Ecker. In Summe also mehr als 170.000 Euro. Das Problem: Mehr als die Hälfte der dazugehörigen Wohnungen hat er nie besessen und die restlichen vor mehr als zehn Jahren verkauft.

Widerspruch eingelegt – ohne Erfolg

Ecker berichtet, dass er früher mal Eigentümer einer größeren Wohnanlage in Duisburg mit 42 Einheiten gewesen sei, von denen er sich aber eben längst nahezu komplett getrennt habe. „Nur zwei Wohnungen gehören mir noch und da gibt es auch keine Schwierigkeiten mit den Abrechnungen.“

Als er im vergangenen Jahr Ende Februar den ersten falschen Bescheid von den Stadtwerken erhält, glaubt er noch fest daran, die Angelegenheit schnell klären zu können. Ecker legt schriftlich Widersprich ein, will klarstellen, dass er hinsichtlich der zahlreichen Abrechnungen weder Mieter, Verwalter noch Eigentümer ist. Ohne Erfolg.

Auch NIV konnte nichts bewirken

Er habe sich von Mitarbeitern der telefonischen Kunden-Hotline Sprüche wie „Wenn sie den wahren Eigentümer nicht kennen, können wir Ihnen auch nicht helfen“ anhören müssen. Weitere falsche Bescheide folgen.

Ecker kontaktiert die Niederrheinische Immobilienverwaltung (NIV), die bis heute für die betroffenen Wohnungen verantwortlich ist. Die NIV versucht daraufhin ebenfalls, die Stadtwerke auf ihren folgenreichen Fehler aufmerksam zu machen. Doch nichts passiert. Stattdessen folgen bis Mitte November neben reihenweisen Abrechnungen auch die ersten Mahnungen.

„Nicht so weit, wie wir sein wollen“

Ecker hat mittlerweile einen ganzen Ordner zu diesem großen Ärgernis voll – und die Nase auch. Er erzählt der WAZ davon, die den Energieversorger um eine Stellungnahme bittet.

Sprecher Thomas Nordiek muss den Fehler eingestehen. Bei einer Systemänderung sei Ecker versehentlich als Empfänger der zahlreichen Rechnungen eingetragen worden. Bei diesem dicken Patzer handele es sich nach derzeitigem Stand um einen Einzelfall. „Wir müssen uns aber natürlich dafür entschuldigen.“

Zum Kundenservice, der seinen Namen wieder einmal nicht verdient hat, sagt Nordiek: „Was die Qualität der Bearbeitung betrifft, sind wir leider nach wie vor nicht so weit, wie wir sein wollen.“ Die bereits vor einigen Monaten angekündigten Verbesserungsmaßnahmen „werden derzeit noch erarbeitet“.