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Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie

21.10.2011 | 19:42 Uhr
Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie
Besucher bei der Firma DK Recycling und Roheisen in Duisburg-Hochfeld in der Langen Nacht der Industrie. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.Rund 250 Meter ist er hoch – der Turm auf dem Werksgelände der DK Recycling und Roheisen. Damit ist er das höchste Gebäude der Stadt. Doch bei dem Hochfelder Unternehmen, das jährlich etwa 400.000 Tonnen Reststoffe verarbeitet, gibt es weit mehr zu sehen.

Zur ersten „Langen Nacht der Industrie“ in der Region öffnete die Firma ihre Pforten und präsentierte sich ihren Besuchern vor einer eindrucksvollen Arbeitskulisse.

„An dieser Stelle wird das Eisen erneut untersucht. Damit stellen wir das am besten kontrollierte Roheisen der Welt her“, ruft Karl-Josef Sassen durch ein Megafon. Es ist spannend, was der Geschäftsführer der DK Recycling erzählt, während er in der Hochofenhalle seines Unternehmens steht. 30 Besucher hängen an seinen Lippen. Doch um sie herum wird gearbeitet, und so verschluckt der Geräuschpegel von aufstiebenden Funken und gewaltigen Fahrkränen immer wieder Sassens Worte.

Für die Besucher ist es ohnehin ein steter Kampf gegen die Reizüberflutung, hervorgerufen durch die dampfenden Kessel und ratternden Maschinen. Trotzdem sind sie wie gebannt. „So etwas sieht man sonst nie“, sagt David Osthoff. Der Student ist aus Aachen angereist, nun trägt er einen blauen Schutzanzug und den obligatorischen Helm. Neben ihm segelt ein kleines Bröckchen Kohle herab. „Für mich war klar, ich mache bei der Aktion mit.“ Nicht jeder hatte so viel Glück wie Osthoff. Interessenten mussten sich für die „Lange Nacht der Industrie“ anmelden, aber der Ansturm war zu groß. Alle Touren durch die Industrieunternehmen waren schon seit Wochen ausverkauft.

Erste lange Nacht der Industrie
Diese Duisburger Unternehmen waren dabei

Neben der DK Recycling und Roheisen GmbH nahmen 42 weitere Industrieunternehmen zwischen Rhein und Ruhr an der Premiere der „Langen Nacht der Industrie“ teil. In Duisburg stellten diese vier Unternehmen ihre Werke vor: die Duisburger Hafen AG/duis­port, die Grillo Werke AG, die Klöckner & Co. SE sowie die Duisburger Siemens AG. Mit einem Bus reisten die Teilnehmer zu jeweils zwei Firmen. Insgesamt hatten sich mehr als 3500 Interessenten beworben, zur Verfügung standen jedoch nur rund 2100 Plätze. Wegen des großen Anklangs ist geplant, die „Lange Nacht der Industrie“ im kommenden Jahr in einem noch größeren Rahmen abzuhalten. Die erste Industrie-Nacht fand 2009 in Hamburg statt, seither beteiligen sich neun weitere Regionen.

Seit 30 Jahren sei das mittelständische Unternehmen mit seiner Philosophie erfolgreich. „Mittlerweile fährt kaum ein Auto durch Europa, in dem nicht Eisen von uns steckt“, erzählt Geschäftsführer Sassen stolz, während er die Gruppe über das Firmengelände führt. Zu seiner Rechten schwelt ein großer Haufen Schlacke vor sich hin, Dampf steigt von dem fast 400 Grad heißen Material empor. Als einziges Industrieunternehmen weltweit verarbeitet die DK Recycling in ihrem Hochofen sogar Batterien weiter. „Damit leisten wir auch ökologisch einen wichtigen Beitrag.“

Lange Nacht der Industrie

Doch vor allem verschärfte Umweltbestimmungen kommen die DK Recycling teuer zu stehen. Die Besucher sind mittlerweile auf dem Dach der Sinteranlage angekommen, mit Taschenlampen leuchten sie sich ihren Weg über die Plattform. Karl-Josef Sassen zeigt hinab auf das Rohstofflager. Darüber entsteht gerade ein Dach, das eine geringere Staubbelastung garantieren soll. „Natürlich wollen wir alle Auflagen erfüllen“, sagt Sassen, bevor er zähneknirschend ergänzt: „Aber fast ein Drittel unserer Investitionen fließt in dieses Projekt. So können wir an anderen Stellen weniger modernisieren.“

Henrik Veldhoen

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Kommentare
22.10.2011
19:56
Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie
von Andreas45141 | #4

es war sehr intressant vor ort

22.10.2011
18:31
Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie
von Campingfriend | #3

Erfüllt denn die Kupferhütte diese Auflagen? Ich bin ja entsetzt, mit was für Dreck dort geheizt wird und frage mich was oben noch aus dem Kamin kommt und wo das Zeugs runter kommt.
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Das erleben wir jede Woche - nicht nur Staub, sondern auch sichtbare schwarze Bröckchen belegen geparkte Fahrzeuge in Neuenkamp.
Ja ja - aber die Diesel brauchen in den nächsten Jahren alle einen DPF. Diese Beastung kann kein Fahrzeug in seinem gesamten Leben produzieren.

22.10.2011
07:20
Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie
von Monreal | #2

2012 geht das Steinkohlekraftwerk Innenstadt vom Netz, da es dann gültige Umweltauflagen nicht mehr erfüllt.
Erfüllt denn die Kupferhütte diese Auflagen? Ich bin ja entsetzt, mit was für Dreck dort geheizt wird und frage mich was oben noch aus dem Kamin kommt und wo das Zeugs runter kommt.

22.10.2011
06:01
Abstecher zum Abstich in der Nacht der Industrie
von internetraupe | #1

Dk Recycling....was ein doofer Name....ich wußte erst nicht was gemeint war....Die Kupferhütte....lol

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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