Ab heute wird geholzt

Vergeblich wartete gestern ein kleine Gruppe von Aktiven aus BUND und Bündnisgrünen, die sich seit dem frühen Montagmorgen demonstrativ um die von Fällung bedrohten Platanen versammelt hatten, auf eine Intervention der Düsseldorfer Bezirksregierung. Diese hatte die Duisburger BUND-Vorsitzende Kerstin Ciesla am Montag noch mit einer eiligen Anzeige wegen des „Verdacht der Verletzung eines Fördermittelbescheids“ eindringlich gebeten, die unmittelbar bevorstehende Kahlschlagaktion an den Platanen auf der Mercatorstraße in Duisburg bis zu einer abschließenden Prüfung zu stoppen. Wenn die Stadt diese Bäume jetzt fälle, so Ciesla, verliere die Stadt Fördergelder für den geplanten Umbau. Ganz im Gegensatz zu dem Platanen-Kahlschlag sei in dem Förderantrag der Stadt Duisburg an das Land NRW u.a. von dem „Verbinden und Qualifizieren von Grünstrukturen“ die Rede. Wurden hier Fördergeld ganz anders begründet und beantragt, als jetzt umgesetzt werden soll? Augenwischerei, die keiner bemerken soll? Cielsa: Wer eine Allee fällt, sorgt mit Sicherheit nicht für das Verbindung und die Qualifizierung von städtischen Grünstrukturen. Doch nicht fürs Abhacken, sondern fürs Verbinden und Qualifizieren bekomme die Stadt vom Land die Fördermittel zugesagt. Eine Interpretation, die am gestrigen Montag indes von der Bezirksregierung Düsseldorf gänzlich unkommentiert blieb. Weswegen sich im Laufe des gestrigen Tages im Kreis der Baumbeschützer und Bewacher zuweilen Unruhe breitmachte, immer dann, wenn Arbeiter auf die Bühne eines Hubwagens stiegen.

Die Stadt, so bekannte gestern Grünen-Sprecher Matthias Schneider vor Ort, sei formal zwar im Recht, die Bäume zu fällen. Doch inhaltlich sei es ein Irrsinn und ein Wortbruch gegenüber den Wählern, denen man nach dem Loveparade-Desaster Mitwirkung und einen Neuanfang versprochen hatte. Jetzt werde sogar inmitten eines laufenden Bürgerbegehren sinnlos und unüberlegt gefällt. Ab heute früh dann auch mit solidem, messerscharfem Großgerät.