A59-Sanierung in Duisburg kostet 17 Millionen Euro mehr

Spätestens Montagmorgen soll der Verkehr wieder vierspurig über die A59 laufen.
Spätestens Montagmorgen soll der Verkehr wieder vierspurig über die A59 laufen.
Foto: Roland Weihrauch
Was wir bereits wissen
Ein knappes halbes Jahr nach Beginn der A59-Bauarbeiten bekommt Duisburg spätestens Montagmorgen seine Stadtautobahn zurück. Das große Verkehrschaos sei ausgeblieben, so die Bilanz von Straßen NRW und Stadt. Durch die Mehrarbeit an der Berliner Brücke erhöhen sich die Kosten jedoch um mehrere Millionen Euro.

Duisburg.. Nach fast sechs Monaten geht am Wochenende die Sanierung der A59 in Duisburg zu Ende. Damit endet auch die Sperrung der Autobahn in Richtung Norden, der Verkehr kann spätestens ab Montagmorgen pünktlich zum Berufsverkehr wieder auf allen vier Fahrstreifen laufen. Kurz vor Freigabe der Autobahn haben Straßen NRW und die Stadt Duisburg am Freitagmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz gezogen.

Das große Verkehrschaos während der Sperrungen sei ausgeblieben, so das vorläufige Resümee der Verkehrszentrale von Straßen NRW in Leverkusen. Zwar habe es von Mai bis Oktober 29 Prozent mehr Staus gegeben als in den Jahren zuvor, die Gesamtlänge aller Staus sei jedoch lediglich um 15 Prozent gestiegen. Den meisten Verkehr mussten die A3 in Richtung Süden und die A42 in Richtung Westen zusätzlich aufnehmen. Die A3 war auch als offizielle Umleitung empfohlen worden.

"Verkehrskollaps in Duisburg verhindert"

Zufrieden zeigte sich auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link: "Ich bin sehr froh darüber, dass unsere Maßnahmen und die damit verbundene intensive Kommunikation den Verkehrskollaps in Duisburg verhindert haben." Die Bündelung aller relevanten Informationen auf der extra geschalteten Website, die regelmäßigen Verkehrskonferenzen, die Taktverdichtung des Straßenbahnangebotes und weitere Aktionen hätten dazu geführt, dass die Verkehrsströme weitgehend problemlos liefen - auch wenn Staus nicht gänzlich auszuschließen gewesen seien. "Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dass Duisburg auch während der Bauphase erreichbar blieb", so Link.

Bewährt hätten sich laut Stadt die Verdichtung der Linie 903 auf einen Fünf-Minuten-Takt, das Anlegen von Sperrflächen im Straßenraum zur Beschleunigung der Straßenbahn und die Modifizierung von Ampelschaltungen zur Verbesserung der Umleitungsverkehre. Gut angenommen wurde auch die eigens ausgeschilderte Radroute vom Rathaus Hamborn bis zum Opernplatz in der Innenstadt. Kaum angenommen wurden dagegen der eingerichtete Bike&Ride und Park&Ride Parkplatzes an der Rhein-Ruhr-Halle.

Weniger Grund zur Freude bereiten jedoch die Kosten des Bauprojektes: Wegen der zusätzlich festgestellten Schäden an der 1,7 Kilometer langen Berliner Brücke und der daraus resultierenden dreiwöchigen Verzögerung der Bauarbeiten werden diese voraussichtlich um ein Drittel ansteigen: Waren ursprünglich 51 Millionen Euro kalkuliert, beläuft sich die Summe damit auf rund 68 Millionen Euro.

Die Sanierung in Zahlen

Unter anderem waren in den zurückliegenden Monaten die komplette Fahrbahndecke zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg und Duisburg-Nord auf 5,3 Kilometer Länge erneuert und dabei auch die Schutzplanken und Schutzwände neu errichtet worden. Zusätzlich wurden Entwässerungsleitungen (unter anderem 280 Abläufe) und 1500 Quadratmeter Lärmschutzwände repariert. 20 so genannte Schilderbrücken über der Autobahn mussten neu gebaut werden, dabei wurde die Beschilderung auf der Strecke komplett überarbeitet.

Großbaustelle Die Straßenbauer sanierten zudem drei Stützwände, sie verstärkten drei Stahlbrücken und die Spannbetonbrücke innerhalb des "Berliner Brückenzuges". 32 Fahrbahnübergänge wurden saniert und teilweise komplett ausgetauscht sowie 22 Brückenlager erneuert. Zusätzlich wurden 200 Tonnen Stahl im Rahmen der Verstärkungsmaßnahmen an die Brücken geschweißt. Auf einer Fläche von 11.500 Quadratmetern wurde neuer Korrosionsschutz aufgebracht, auf 3000 Quadratmetern mussten Betonflächen saniert werden. Die neue Markierung auf der Strecke misst 44.000 Meter.

Rückbau der Baustellenverkehrsführung beginnt Sonntag

Mit dem Rückbau der Baustellenverkehrsführung wird am Sonntagnachmittag begonnen. In diesem Zusammenhang werden auch die Aus- und Auffahrten Duisburg-Meiderich und -Ruhrort wieder für den Verkehr geöffnet. In den nächsten Monaten müssen zwar noch Restarbeiten erledigt werden, die sollen aber höchstens an einzelnen Wochenenden zu kurzen Verkehrseinschränkungen führen.

Wenn der Verkehr auf der A59 wieder in beide Richtungen läuft, werden die Ampelschaltungen auf den städtischen Umleitungsstrecken wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgestellt. Die Sperrflächen für die Linie 903 sollen aber zunächst bleiben, um zu beobachten, wie sie sich bei Normalverkehr auf die Beschleunigung der Linie auswirken.

Ab Montag wird dann mit den geplanten Arbeiten an der Anschlussstelle Duisburg-Althamborn begonnen. Dazu wird zusätzlich zur Abfahrt auch die Auffahrt in Fahrtrichtung Dinslaken für etwa drei Wochen gesperrt. Die Fahrbahn, Schutzplanken und Entwässerung sollen erneuert werden. Die Umleitung erfolgt innerstädtisch zur Anschlussstelle Duisburg-Marxloh. (we)