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80 Container voller Kunst

01.06.2010 | 18:56 Uhr
80 Container voller Kunst

Duisburg. Wie bringt man 80 Künstler aus Duisburg und der Region, aus den Niederlanden und Belgien unter einen Hut? Ganz einfach: Jeder bekommt einen Container.

Dass die Ausstellung dennoch machbar wurde, liegt an der Verkleinerung. Die „Kunst-Container“ bestehen aus Holz und sind – gemessen an 20-Fuß-Seecontainern – im Maßstab 1 : 5 verkleinert. Zu sehen gibt es in der Ausstellung „Grenz-Gebiet-Ruhr“ mehr als in einen großen Container passt.

Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs geht es in dem Projekt um Grenzen: 53 Städte, drei Regierungsbezirke, zwölf Kunstvereine und Künstlerhäuser, im rheinischen Teil des Ruhrgebiets die Nähe zu den Niederlanden und Belgien: Der Kunstverein Duisburg thematisiert die Außenbeziehungen des Ruhrgebiets über die Grenzen hinaus – zu den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam, entlang des Eisernen Rheins nach Antwerpen.

Was kann man alles in diesen Holzcontainern entdecken! Konsumkritik – aber mit Humor – üben etwa Ricarda Kirch und Katja Hübbers. Kirch hängt Holz-Pommes, Currywurst und Frikandel in den Containerraum; auf Knopfdruck fahren die Pommes zum geöffneten Mund eines dicken Kindes. Hübbers überlädt ihren Container mit billigem Plastikkitsch – nicht nur überflüssig, sondern auch gesundheitsschädlich.

Alles andere als kuschelig der Container von Jürgen Meister, der die Kiste ausgebrannt und leer hinterlässt. Oder von Thomas Woll, der ziemlich abseits steht: Sein Container gibt vor, einen radioaktiven Inhalt zu bergen. Auf die jüngste Ölpest im Golf von Mexiko geht Chinmayo ein, dessen Schuh und Baumstumpf einfach tot aussehen.

Politisch auch die Container, die den Menschenhandel thematisieren. Aus einem streckt sich eine Hand entgegen; zieht man an ihr, öffnet sich eine Tür und gibt den Blick frei auf junge und alte Opfer. Thomas Schönhagen behandelt das Thema, indem er ein schemenhaftes Foto und einen Text auslegt, in dem beschrieben wird, dass diese Container zu tödlichen Fallen für die Flüchtlinge werden können. Es gibt Künstler, die ihre Kisten verschließen und mit einem Türspion versehen. Oder ein Stückchen Golfplatz bauen. Oder eine Frauenpuppe hinein quetschen oder Fundsachen vom Meer arrangieren oder Schachtgerüste installieren... Susann Feind hat ihren Container mit einem Glasdeckel versehen; darunter liegen persönliche Gegenstände, die sie ausrangiert und eingewickelt hat. Der Besucher darf sich bedienen, den Gegenstand nutzen – und wird gebeten, Susann Feind davon zu berichten. Keine künstlerische Einbahnstraße.

Die Ausstellung wird beim Kunstverein Duisburg am Freitag, 4. Juni, um 19 Uhr am Weidenweg 10 eröffnet (do, fr, sa von 17.30 bis 20 Uhr). Ab 1. Juli, 11 Uhr, ist sie im Forum zu sehen (bis 10. Juli). Anschließend reist sie weiter nach Roermond, Nijmegen, Arnheim und Antwerpen. Ende 2010 kehrt sie nach Duisburg zurück.

Anne Horstmeier

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80 Container voller Kunst
80 Container voller Kunst
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2010-06-01 18:56
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