46-Jähriger soll in Duisburg Nachbarn terrorisiert haben

Vor dem Landgericht Duisburg wird derzeit gegen einen notorischen Türeintreter verhandelt.
Vor dem Landgericht Duisburg wird derzeit gegen einen notorischen Türeintreter verhandelt.
Foto: Stephan Eickershoff
Jahrelang soll ein 46-Jähriger bei seinen Nachbarn Türen eingetreten oder Glasscheiben zerschlagen haben. Jetzt steht der Mann vor dem Landgericht.

Duisburg.. Wer ständig Krach mit einem Nachbarn hat, der kann darüber jede Menge Lebensqualität einbüßen. Insbesondere dann, wenn ein Hausbewohner mit schöner Regelmäßigkeit Wohnungstüren anderer einschlägt. So soll es jedenfalls ein 46-jähriger Mann getan haben, der seit Mittwoch vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz steht.

Gegenstand des Verfahrens ist der Antrag der Staatsanwaltschaft, den psychisch gestörten Mann zum Schutz der Allgemeinheit dauerhaft in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Die lange Antragsschrift listet insgesamt 23 Fälle von Beleidigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Wohnungseinbruchsdiebstahl auf. Allein 15 Mal soll der 46-Jährige seinen Nachbarn die Türen eingetreten oder die Glasscheiben der Wohnungseingänge zerschlagen haben.

Sinnestäuschungen

Der Mann soll unter Sinnestäuschungen leiden. In einem vorab erstellten Gutachten ist von einem so genannten Beziehungswahn die Rede: Dem Beschuldigten erscheinen seine Nachbarn subjektiv als Bedrohung, gegen die er sich wehren müsse. In Neudorf und Bissingheim soll der 46-Jährige zwischen 2008 und 2010 seine Umgebung deshalb regelrecht terrorisiert haben.

Dabei soll es auch Schimpfworte und schon einmal Ohrfeigen gegeben haben. In einem anderen Fall soll der Beschuldigte eine Scheibe eingeschlagen haben, um dann ein Handtuch zu stehlen. Was der 46-Jährige gestern zu großen Teilen bestritt. Er sieht sich als das Opfer. Im Frühjahr 2009 sei ein neuer Nachbar eingezogen, der nach einiger Zeit mit seltsam verstellten Stimmen auf bedrohliche Weise mit ihm gesprochen habe.

Viele Vorwürfe bestritten

„Viele Sachen stimmen nicht“, kommentierte der 46-Jährige die Antragsschrift. So habe beispielsweise nicht er Nachbarn attackiert, sondern er sei vor seiner Wohnungstür zusammengeschlagen worden. „Einige Nachbarn hat das regelrecht gefreut.“ Auch den Vorwurf, er habe Eier gegen Türen geworfen, bestreitet er. „Die sind mir bei einem Streit aus dem Korb gefallen.“ Und die Scheibe einer Wohnungstür habe er nur beschädigt, weil er versehentlich beim Transport einer Jalousie dagegengestoßen sei. Mehrfach hatte der Beschuldigte im Tatzeitraum seine Nachbarn wegen angeblicher Straftaten angezeigt.

Der 46-Jährige steht schon seit Jahren im Fokus der Justiz. 2008 war er erstmals begutachtet worden. Inzwischen wohnt der Mann in Österreich. Für den Prozess sind mehrere Tage vorgesehen.

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