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Gewalt

42-Jähriger misshandelte Geliebte

13.12.2012 | 18:06 Uhr
42-Jähriger misshandelte Geliebte
Der Angeklagte zog die Berufung zurückFoto: Uwe Schaffmeister

Duisburg. Auf ziemlich brutale Weise hatte ein 42-jähriger Türke aus Meiderich am 13. November 2010 herauszufinden versucht, ob seine damalige Geliebte schwanger war.

Er verprügelte die junge Frau, zerrte sie danach in ein Krankenhaus und wollte sie zum Schwangerschaftstest zwingen. Am Donnerstag musste sich das Landgericht am König-Heinrich-Platz in zweiter Instanz mit dem Fall auseinandersetzen.

Schläge und Tritte

Unter dem Vorwand, mit ihr in ein Kino gehen zu wollen, hatte sich der Angeklagte mit der jungen Frau verabredet. Statt dessen fuhr er sie in eine Autowaschanlage, die er in Ruhrort betreibt. Hinter verschlossenen Türen gab es Schläge und Tritte. Aus Angst vor weiterer Gewalt , behauptete die verletzte Frau, sie sei schwanger . Der Angeklagte ließ sich einen Schwangerschaftstest besorgen und zwang sie, gleich an Ort und Stelle den Teststreifen zu benutzen. Doch das reichte ihm nicht. Er nötigte das Opfer, sich wieder ins Auto zu setzen und fuhr mit ihr in ein Krankenhaus, um den Test von einer Ärztin durchführen zu lassen.

Die Geliebte vertraute sich der Ärztin an und bat um Hilfe. Die Medizinerin nahm die junge Frau zum Schein auf und warf den 42-Jährigen hinaus, nachdem sie sich das Handy der jungen Frau hatte aushändigen lassen, dass der Angeklagte ihr zuvor abgenommen hatte.

Angeklagter machte Rückzieher

Bei der Geschädigten wurden zahlreiche Prellungen, ein stumpfes Bauchtrauma und der Verdacht auf einen Milzriss diagnostiziert. Ein Beweis dafür, mit welcher Gewalt der Angeklagte gehandelt hatte.

Der hatte in erster Instanz für die Körperverletzung vom Amtsgericht Ruhrort eine neunmonatige Bewährungsstrafe erhalten. Doch statt sich über das milde Urteil zu freuen, zog der wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung vorbestrafte Mann in die Berufung.

Angebliche Erpressung

Vor dem Landgericht überraschte er die Juristen gestern mit einer völlig neuen Darstellung: Von Schlägen und Tritten war nicht die Rede, dafür aber davon, dass ihn die Ex-Geliebte schon längere Zeit mit angeblichen Schwangerschaften erpresst habe. „Sie wollte Geld und hat gedroht, sie würde sonst meine Ehe kaputt machen.“ Dafür hatte der Angeklagte angeblich sogar einen Zeugen: Ein Angestellter habe ein Telefongespräch mitgehört, in dem sie 2000 Euro gefordert habe.

Der Vorsitzende unterbrach die Verhandlung zu einem Rechtsgespräch. Darin wurde dem 42-Jährigen deutlich zu verstehen gegeben, dass seine Berufung wenig Aussicht auf Erfolg habe. Stattdessen laufe er Gefahr, weitere Verfahren gegen sich und andere wegen Falschaussage beziehungsweise Anstiftung dazu auszulösen. Nach einem längeren Gespräch mit seinem Verteidiger zog der Angeklagte die Berufung zurück.

Bodo Malsch

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Kommentare
14.12.2012
10:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.12.2012
07:56
42-Jähriger misshandelte Geliebte
von Kannitverstaan | #1

Ich fasse es nicht!!!
"Doch statt sich über das milde Urteil zu freuen, zog der wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung vorbestrafte Mann in die Berufung."
Da ist jemand wegen fast des gleichen Deliktes vorbestraft und bekommt,weil er das so schön noch mal gemacht, nur eine Bewährungsstrafe?
Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf? Wann wird unser Strafgesetzbuch auch endlich mal wieder vernünftig angewendet?Wann merkt die Justiz endlich, dass mit Kuschelkurs bei Verbrechern nichts zu erreichen Ist?
Die Deffinition von "Bewährungsstrafe" verstehe ich auch nicht.Bewährung heißt doch wohl,dass jemand beweisen muß, nicht weiter straffällig zu werden? Oder? So mit ist einen Bewährungsstrafe doch wohl nur bei der ersten Tat auszusprechen.Und wenn sich jemand nicht "bewährt" hat ihn gefälligst die gerechte Strafe für seine Tat zu ereilen.

1 Antwort
42-Jähriger misshandelte Geliebte
von SarahOB | #1-1

Sehe ich ganz genau so!!! Einfach unbegreiflich, was hier in Deutschland alles so abgeht. Und besser wird es mit Sicherheit auch nicht.

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