39-Jähriger soll Lkw in Orient verschifft haben
30.06.2010 | 15:48 Uhr 2010-06-30T15:48:00+0200
Duisburg/Xanten. Wegen millionenschwerer Hehlerei steht ein 39-jähriger Italiener aus Hochfeld seit Mittwoch vor dem Landgericht: Im großen Stil soll er Lastzüge geleast und diese dann nach Saudi-Arabien weiterverkauft haben.
In großem Stil soll ein in Hochfeld lebender Italiener mit unterschlagenen Lastzügen gehandelt haben. Seit Mittwoch muss sich der 39-Jährige wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz verantworten.
Die Fahrzeuge sollen von Komplizen unter dem Deckmantel von Scheinfirmen in norditalienischen Städten geleast und unterschlagen worden sein. Die Anklageschrift, deren Verlesung beinahe eine Stunde in Anspruch nahm, listet mehr als 50 Zugmaschinen und ebenso viele Sattelauflieger im Gesamtwert von rund 4,5 Millionen Euro auf.
Die Gespanne wurden nach Deutschland überführt. Hier soll der Angeklagte, der zwei in Duisburg ansässige Scheinfirmen leitete, den Weiterverkauf organisiert haben. Gemeinsam mit Helfershelfern soll er dafür gesorgt haben, dass die Fahrzeuge unter Vorlage gefälschter Kauf-Dokumente deutsche Zulassungen erhielten
Lagerhalle in Xanten als Dreh- und Angelpunkt
Dreh- und Angelpunkt der gut organisierten kriminellen Machenschaften soll eine Lagerhalle in Xanten-Birten gewesen sein, wo die Fahrzeuge bis zum Weiterverkauf abgestellt wurden. Hier stieß die Polizei bei ihrem Zugriff im Januar 2009 auf 15 Gespanne, die ihrem illegalen Verkauf noch entgegensahen.
Zwischen August 2008 und Anfang 2009 sollen vor allem Firmen in Saudi-Arabien begeisterte Abnehmer der preisgünstigen Fahrzeuge gewesen. Um den Jahreswechsel soll der Angeklagte mehrfach gleich jeweils zehn Gespanne Richtung Orient verschifft haben. Doch es gab auch Käufer in Deutschland und den Niederlanden.
Für das Verfahren vor der 2. Großen Strafkammer sind acht weitere Verhandlungstage geplant.

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