32 Monate Haft für Ex-Satudarah-Rocker aus Duisburg

Die beiden angeklagten Satudarah-Rocker wurden am Donnerstag wegen Drogenschmuggels vom Landgericht Duisburg verurteilt.
Die beiden angeklagten Satudarah-Rocker wurden am Donnerstag wegen Drogenschmuggels vom Landgericht Duisburg verurteilt.
Foto: Stephan Eickershoff/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
32 Monate muss der Ex-Sicherheitschef des Duisburger Rockerclubs "Satudarah MC" in den Knast. Er wurde wegen Drogenschmuggels verurteilt.

Duisburg.. Mit verhältnismäßig milden Strafen endete am Donnerstag vor dem Landgericht Duisburg der Prozess gegen zwei ehemalige Mitglieder des erst vor zwei Tagen verbotenen Motorradclubs „Satudarah“. Wegen Beihilfe zum Drogenschmuggel und illegalen Waffenbesitzes verurteilte die 6. Große Strafkammer einen 28-jährigen Buchholzer zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Ein bislang nicht vorbestrafter 27-Jähriger kam für seine Beteiligung an einer Drogenbeschaffungsfahrt mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.

Am 29. Januar 2013 hatten die beiden Angeklagten im Auftrag des einstigen „Satudarah“-Chefs Ali O. und unter direkter Anleitung von dessen damaligen Vize Baris T. - die beiden Rocker wurden inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt - an einer Schmuggelfahrt teilgenommen, mit der zehn Kilogramm Marihuana von den Niederlanden nach Duisburg gebracht worden waren. Ein Observationsteam der Polizei hatte beobachtet, wie die beiden Angeklagten mit einem Auto ins münsterländische Ahaus gefahren waren. Baris T. war in einem zweiten Wagen ebenfalls dorthin gefahren.

Kurier übernimmt Fahrzeug in Ahaus

Ein unbekannter Kurier übernahm das Fahrzeug der beiden Angeklagten, fuhr damit über die Grenze, kehrte mit dem mit Rauschgift beladenen Auto zurück. In Ahaus übernahmen es die Angeklagten wieder und brachten es dann nach Duisburg.

Bereits zwei Monate zuvor war der 28-jährige Angeklagte, damals „Sergeant at arms“ der „Satudarah“, beim Zugriff eines Sondereinsatzkommandos an einer Tankstelle in Rheinhausen aufgefallen. Er hatte sich eine halbautomatische Waffe des serbischen Herstellers Zastava beschafft und die Waffe offenbar auch mitgeführt.

Geständnisse

Den Tatbeitrag der Angeklagten zu der Drogenfahrt stuften die Richter lediglich als Beihilfe ein. Zu Gunsten der beiden 27 und 28 Jahre alten Männer werteten sie zudem deren verfahrensabkürzende Geständnisse und den Umstand, dass sich die Angeklagten bereits vor dem Verbot der „Satudarah“ von dem Mottoradclub distanziert hatten. Beide Männer könnten heute nicht mehr verstehen, wieso sie sich in die kriminellen Machenschaften der Rocker hätten hineinziehen lassen, so die Verteidiger übereinstimmend.

Auch am letzten von drei Verhandlungstagen wurden das Gerichtsgebäude und der Sitzungssaal am Donnerstag von einem starken Polizeiaufgebot gesichert.