Das aktuelle Wetter Duisburg 10°C
Familiendrama

30-Jähriger tötete seinen Schwager mit zwei Messerstichen

27.12.2012 | 16:28 Uhr
30-Jähriger tötete seinen Schwager mit zwei Messerstichen
Beamte der Spurensicherung am Tatort Stettiner Strasse in Rumeln. Am Nachmittag des zweiten Weihnachtstages wurde dort ein Mann vor dem Haus Nr. 9 auf offener Straße erstochen.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Ein Familienstreit soll der tödlichen Messerattacke zuvorgegangen sein, bei der am Mittwoch ein Mann in Duisburg ums Leben gekommen ist. Das Opfer versuchte wohl, so die Schilderung des Staatsanwalts, seine Schwester vor ihrem Ehemann zu schützen. Er wurde mit zwei Messerstichen getötet.

Auch am Morgen danach gibt es nur ein Gesprächsthema unter den Anwohnern der Stettiner Straße in Rumeln: die Bluttat vom Mittwochnachmittag, die sich auf einem Parkstreifen vor dem Mehrfamilienhaus mit der Nummer 9 ereignete. Hier erlitt ein 39-jähriger Mann aus Neuwied in Rheinland-Pfalz tödliche Verletzungen.

Der Täter war sein 30-jähriger Schwager, der in den letzten Jahren mit Frau und inzwischen vier Kindern – das jüngste ist erst wenige Wochen alt – eine der vier Wohnungen dieses Hauses bewohnte, inzwischen aber bereits in Trennung lebte. Er soll laut bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei seinen Verwandten im Streit zwei Stichwunden mit einem Einhandmesser zugefügt haben. Eine in den Rücken, die andere in den Brustkorb. Dabei erlitt das Opfer eine Herzverletzung, die zum Tode führte. Das ergab die Obduktion der Leiche.

Frau wollte den Mann endgültig verlassen

Nach Darstellung von Polizei und Staatsanwaltschaft handelt es sich beim Tatmotiv um eine Familienstreitigkeit, die eskalierte: Die Ehefrau (26) wollte mit den Kindern endgültig ihren Mann verlassen. Der 30-Jährige soll sie – so hatte es in der Nachbarschaft die Runde gemacht – zuvor geschlagen haben. Der Mittwoch war der Tag ihres geplanten Auszugs. Sowohl der Mann, dessen Schwestern laut Polizei mit am Tatort erschienen, als auch die Frau hatten einige Verwandte benachrichtigt, um jeweils Unterstützung en – darunter auch ihren Bruder (39) aus Neuwied. Gegen 15.15 Uhr ereignete sich dann die Bluttat.

„Ich habe zunächst nur laute Stimmen gehört. Als ich mit meinem Hund dann vor die Tür gegangen bin, lag da ein Mann am Boden. Um ihn herum standen etwa 15 bis 20 Personen, die lautstark aufeinander einredeten“, erzählt eine Nachbarin (40), die auf der anderen Straßenseite lebt. „Wir haben mit Freunden vor den Garagen Fußball gespielt, als wir plötzlich Geschrei hörten“, schildert Tarik Dal seine Erinnerungen.

Haftbefehl wegen Totschlags erlassen

Der 15-jährige Anwohner rannte sofort zur Straße. Er sah, wie ein Mann am Boden lag und ein anderer ein Tuch oder ein Kissen auf die blutende Wunde des Opfers presste. Er zählte auch zu jenen, die per Handy den Notruf anwählten. Ein Nachbar, der im selben Haus direkt über der Familie lebt, berichtete nur, dass es in letzter Zeit öfter Streit zwischen den Eheleuten gegeben habe. Das sei zu hören gewesen. Ansonsten hätte er keinen Kontakt zu dieser Familie gehabt.

„Ich lebe jetzt seit 50 Jahren hier. Bislang ist noch nie etwas Schlimmes passiert – und jetzt so etwas“, sagt Inge Kaul kopfschüttelnd. Auch die 77-Jährige, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tatort lebt, kannte die Familie nur vom Sehen. Die Frau sei ein sehr ruhiger Typ gewesen. „Man hat sich gegrüßt, mehr nicht.“

Der zuständige Richter erließ am Donnerstag Haftbefehl wegen Totschlags.

Thomas Richter



Aus dem Ressort
Asyl in Duisburg: Suche nach der Alternative zur Zeltstadt
Notunterkunft
Während für die umstrittene Zeltstadt Fußböden und Heizkörper nachgeordert werden, rückt das leerstehende St.-Barbara-Krankenhaus Neumühl immer mehr in den Blickpunkt der Debatte.
„CO-Pipeline ist Lizenz zum Töten“
CO-Pipeline
Im größten Saal des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG) schlägt am nächsten Donnerstag, 28. August, die möglicherweise entscheidende Stunde für eines der umstrittensten Industrieprojekte im Lande. Schon unmittelbar nach der mündlichen Verhandlung (ab 10 Uhr) über die Klage von privaten...
A 40 in Duisburg war nach Unfall rund zwei Stunden gesperrt
Unfall
Nach einem Unfall musste die A40 in Duisburg am Freitagnachmittag für zwei Stunden gesperrt werden. In die Kollision an der Ausfahrt Häfen waren mehrere Autos und ein Lkw verwickelt, eine Verletzte wurde mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen. Seit 17.30 Uhr ist die A 40 nach Venlo wieder frei.
Asyl-Zeltdorf in Duisburg soll acht Wochen stehen
Flüchtlinge
Das Rote Kreuz baut das umstrittene Asyl-Zeltlager in Duisburg-Walsum auf. Acht Flüchtlinge müssen sich eine Unterkunft mit Feldbetten und Klappstühlen teilen. Sie kommen nächste Woche. Duisburgs Sozialdezernent verteidigt die Unterbringung als „letzte Notlösung“. Walsumer wollen vor Ort helfen.
Ärger über Knöllchen für falsches Abbiegen in Duisburg
Polizei
Gleich mehrere Leser meldeten sich in der Redaktion, weil sie sich über eine Polizeikontrolle ärgerten. Sie alle waren am Mittwoch um 19 Uhr auf der Neumühler Straße in Meiderich Richtung Norden unterwegs und bogen nach links in die Emscherstraße ein, um zum Landschaftspark zu gelangen.