250 aggressive Hooligans laut Polizei auf Pegida-Demo in Duisburg

Tausende Menschen demonstrierten am Montagabend gegen Pegida.
Tausende Menschen demonstrierten am Montagabend gegen Pegida.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Tausende Menschen stellen sich "Pegida" in den Weg. Der Innenminister sagt: Die Anti-Islam-Bewegung in NRW sei von Rechtsextremen unterwandert.

Duisburg/Düsseldorf.. Die Pegida-Bewegung in Nordrhein-Westfalen ist nach Einschätzung von Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) von Rechtsextremisten dominiert. Sie sei anders als Pegida in Dresden, sagte Jäger am Dienstagmorgen im Sender WDR 5. In NRW sei Pegida von Rechtsextremisten zumindest unterwandert, meistens auch gesteuert, betonte Jäger, der am Vorabend an einer Demonstration gegen Pegida in Duisburg teilgenommen hatte.

Jäger bezeichnete Pegida insgesamt als ein "Ärgernis", weil die islamkritische Bewegung auf eine Spaltung der Gesellschaft hinarbeite. Jedoch stehe auch ihr das Demonstrationsrecht zu. Das Demonstrationsverbot in Dresden sei eine Ausnahme in einer konkreten Gefährdungssituation gewesen, betonte Jäger.

"Ihr habt hier nichts verloren"

In Duisburg waren am Montagabend wie auch in Bielefeld und erneut in Düsseldorf Tausende zu Protesten gegen die islamkritische Bewegung auf die Straße gegangen.

„Juden, Christen, Muslime, Agnostiker und Atheisten stehen hier zusammen“, lobte Armin Schneider, Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises die hohe Bereitschaft der Duisburger, sich gegen Fremdenhass und Hetze zu stellen, und rief der Pegida zu: „Ihr habt weder in Duisburg noch in irgendeiner anderen Stadt etwas verloren.“

Vier Polizisten verletzt

400 überwiegend auswärtige Pegida-Anhänger am Hauptbahnhof, mindestens 4000 Duisburger, oder auch mehr, bei der größten Gegenveranstaltung vorm Stadttheater, wo Oberbürgermeister Sören Link unter Applaus feststellte: „Wir sind Duisburg, die anderen nicht.“

Bei den Demonstrationen in der Duisburger Innenstadt waren vier Polizisten verletzt worden. Während mehrere Tausend Menschen ein friedliches Zeichen gegen den Aufzug der islamkritischen Pegida und gegen Fremdenfeindlichkeit setzten, waren bis zu 200 autonome Linke für Auseinandersetzungen verantwortlich, wie die Polizei mitteilte.

Hooligans bei Pegida-Demo

Es flogen Böller und Steine. Demonstranten versuchten, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen. Ein Mann attackierte eine Polizistin, die auf ihren verletzten Kollegen wartete. Nach Angaben der Polizei versammelten sich in Duisburg mehrere hundert Anhänger der Pegida-Bewegung, Ihre Zahl wuchs von zunächst 85 auf 400 und während des Umzuges auf etwa 600 Teilnehmer, darunter auch 250 aggressive Hogesa-Anhänger.

Auch in Düsseldorf versuchten laut Polizei Demonstranten aus dem linken Spektrum die Absperrungen zu durchbrechen. Dabei wurde niemand verletzt. Außerdem wurden sieben Teilnehmer der Dügida-Kundgebung vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil sie verbotene Gegenstände wie Schlagstöcke und präparierte Handschuhe dabei hatten. (mit dpa)