23 000 Kinder bleiben außen vor
23.12.2008 | 16:43 Uhr 2008-12-23T16:43:00+0100Für etwa 23 000 Mädchen und Jungen in Duisburg bringt die Kindergeld-Erhöhung zum 1. Januar keine schöne Bescherung.
Ihre Familien empfangen Hartz IV und sind damit von der Erhöhung der Zuwendung ausgeschlossen, kritisiert AWo-Geschäftsführer Wolfgang Krause. „Arme Kinder gehen leer aus. Jeder Millionär bekommt jedoch den Aufschlag, ohne dass irgendwer die Bedürftigkeit prüft!“ Gerade die unteren Einkommensgruppen brauchen nach Krauses Auffassung aber dringend finanzielle Entlastung. Und genau diese Gruppen seien jetzt von notwendiger zusätzlicher Unterstützung ausgeschlossen.
Das Kindergeld wird zum neuen Jahr um zehn Euro pro Kind und Monat erhöht. Dieses zusätzliche Geld erhalten auch die Bezieher von höheren und höchsten Einkommensgruppen. Bezieher von Hartz IV aber bleiben außen vor. Sie können davon nicht profitieren, weil das zusätzliche Geld auf den Regelsatz angerechnet wird. Der Regelsatz für Sozialgeld beträgt für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren derzeit 208 Euro.
„Jeder weiß, dass Kinderarmut in Deutschland und ganz besonders in Duisburg ein ernstes Problem ist. Umso unverständlicher ist es uns, dass der Gesetzgeber versäumt hat, gerade die Familien zu entlasten, die auf mehr Geld dringend angewiesen sind“, so Krause. Der AWo-Geschäftsführer sagte weiter: „Es wurde eine Chance auf Hilfe verpasst und wirklich am ganz falschen Ende gespart“. Zudem werde immer von der Ankurbelung der Binnenkonjunktur gesprochen, auch hier aber habe man eine Chance verpasst. „Die Familien sind so arm, dass sie zusätzliches Geld nicht sparen können, sondern auch sofort für ihre Bedürfnisse ausgeben“, erläutert Krause.
Der Sozialbericht der Stadt Duisburg weist aus, dass etwa 30 Prozent der Bewohner unter 15 Jahren Sozialgeld erhalten. Besonders hoch ist der Anteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen in den Stadtteilen Marxloh und Hochfeld. Wolfgang Krause: „Wir sind auch in diesen Stadtteilen aktiv und wissen, wie sich Armut auswirkt“, so Krause. Aus seiner Sicht sei entscheidend: „Durch die geringeren finanziellen Mittel sind auch ihre Chancen, sich im Bildungssystem zu behaupten deutlich geringer. Damit ist der Empfang von Sozialgeld quasi erblich.“

17:44
Hat schon einmal jemand der Verantwortlichen, deren Tische sich wahrscheinlich vor Geschenken gebogen haben, in die Augen enttäuschter Kinder gesehen, weil das Geld kaum für Geschenke reicht? Dies ist ein Skandal und eine Ohrfeige für alle, die nichts unter den Weihnachtsbaum legen konnten (selbst den konnten wir uns nicht leisten). Unter sozialer Gerechtigkeit verstehe ich, den besser Verdienenden das Kindergeld zu kürzen und es denen zu erhöhen, die sowoeso schon ganz unten stehen.
18:00
Manchmal empfinde ich die Diskussionen hier als degoutant. Wie können wir uns anmaßen alle Harz 4 Empfänger über einen Kamm zu scheren? Alles nur Säufer, sozial Schmarotzer oder was? Meine persönliche Meinung dazu ist, dass die Meisten die über Harzler schimpfen, keinen persönlich kennen, sondern Ihre Ressentiments aus einschlägigen Nachmittagstalkshows beziehen.
Für mich ist Kindergeld ein Bekenntnis des Staates, das er Nachwuchs braucht und fördert. Und dieses Geld soll jeder der Kinder hat (ob Harz4 oder Manager) auch bekommen, wobei Top-Verdiener die Möglichkeit haben sollten, die Leistungen direkt an Kindergärten, Schulen etc. abzutreten.
12:15
208 EUR Regelsatz - 154 EUR nicht gezahltes Kindergeld = 50 EUR zum Leben.
Verstehe ich nicht .
01:49
Hallo,,
der Weg von der festen Arbeit zu Harz 4 ist nicht weit. Man sollte nicht alle über einen Kamm scheren ,mein Tochter fährt jeden Tag 20Km mit dem Auto zur Ausbildung und bekommt das Kindergeld,
oder besser gesagt ich bekomme es gestrichen,weil sie 80 Euro im Jahr zuviel verdient.
Man muß einfach bei der nächsten Wahl auf sein Kreuz besonders achten.Gerade geschiedene Frauen mit Kind sollten in der Unterhaltfrage und Ansprüche von Staat besser gesichert werden.Dies wird aber nur bei den Promis die über Zeitschriften vermarktet werden und wieso genug haben, angewendet.
22:30
ich bin momentan leider auch auf Hartz IV angewiesen und solche Aussagen, dass die 10 Euro nur für Vaters zusätzlichen Kasten Bier ausgegeben werden sind einfach nur diskriminierend ! Mein Sohn hat einen Regelsatz von 208 Euro und davon werden dann 154 Euro Kindergeld abgezogen. Es bleiben also knapp 50 Euro für meinen Kleinen zum Leben, für Kleidung (mit 22 Monaten braucht er alle paar Wochen neue Schuhe, Kleidung usw.) Mit 10 Euro kann man zwar keine grossen Sprünge machen, aber so ab und an ein neues Spielzeug oder ein Friseurbesuch (für meinen Sohn!) wäre mal drin.
Ich habe weder Möbel vom Feinsten, noch Spielkonsolen noch ein nagelneues Tophandy. Ich war seit 3 Jahren nicht mehr weg, trinke keinen Alkohol und jeder cent der übrig ist kommt meinem Kind zugute. Ich finde es einfach nur unmöglich alle Hartz IV Empfänger als Kettenrauchende Alkoholiker darzustellen, die sich vom Staat ein schönes Leben machen.
15:33
Selbst an Weihnachten kann Mensch offenbar nicht von seinen Vorurteilen lassen. Ein wenig Ebenezer Scrooge steckt in uns allen, oder?
14:54
Die Medaille hat wie fast alles im Leben 2 Seiten.
Von mir aus kann das gesamte Kindergeld abgeschafft werden.
Im Gegenzug sollten die Kindergärten gratis sein.
Schulen sollten ein warmes Mittagessen zu einem Preis anbieten den sich auch die ärmsten leisten können.
Schulbücher müssten generell gratis sein.
Das ich meinen beruflichen Bürobedarf (Papier, Stifte usw.) von der Steuer absetzen kann, gleichzeitig auf Schulbedarf für meine Tochter 19 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen wird verstehe wer will. Ich jedenfalls nicht.
Tatsache ist aber auch das 80 % der Harz 4 Haushalte in denen ich aus beruflichen Gründen war.
Technisch wirklich vom Feineren ausgestattet waren.
Jedes Kind hatte seine Glotze nebst Spielkonsole.
Wenn ich dann höre das für Bücher, Turnverein und ähnliches kein Geld da ist, dann haben die meist kettenrauchenden und mit Top Handy ausgestatteten Eltern einfach keine Ahnung wie man mit Geld umgeht.
Also Kindergeld komplett abschaffen und das Geld wirklich allen Kindern durch Bildungsangebote zu gute kommen lassen.
06:04
Ja, so ist dieser Staat - leider!
Es ist unbedingt notwendig die Einkommenshöhe beim Kindergeld zu deckeln, damit Familien mit gutem und hohen Einkommen diese, von Ihnen nicht benötigten Transfersleistungen des Staates, nicht mehr erhalten.
Andererseits ist das Geheule um die Situation von Harz IV Empfänger ebenso uinredlich.
Wo belibt denn bitte das Geld für die Kinder?
Die Erhöhung des Regelsatzes um € 10,- recht gerade für einen zusätzlichen Kasten Bier für den Vater.
DAs Geld gehört an die Kindergärten un d Schulen zur Sicherstellung einer täglichen Mahlzeit.
Da wäre es dann sinnvoll - und dazu über das Weihnachtsfest hinaus!