2015 soll die Radautobahn zwischen Essen und Duisburg stehen
05.09.2012 | 10:00 Uhr 2012-09-05T10:00:00+0200
Duisburg. Die Idee vom „Radschnellweg Ruhr“ von Duisburg bis Hamm wurde schon viel diskutiert - jetzt scheint aber Bewegung in das Projekt zu kommen. Wie konkret die Pläne für die Radautobahn durchs Ruhrgebiet schon sind, wann sie umgesetzt werden sollen und was genau auf Duisburg zukommt, erfahren Sie hier.
Wenn es nach Michael Groschek geht, könnte alles jetzt ganz schnell gehen. Der Landesverkehrsminister äußerte in dieser Woche gegenüber der WAZ Mediengruppe, er könne sich vorstellen, dass die NRW-Radautobahn in Teilen bereits 2014 befahrbar ist. Dabei ist die Idee vom „Radschnellweg Ruhr “, einem Radweg von Duisburg bis Hamm, nicht einmal viel älter als ein Jahr und immer noch in der Entstehung. Trotzdem wurde sie schon viel diskutiert.
Wie ist der Stand des Projekts? Was bedeutet es für Duisburg? Ein Überblick.
Woher kommt die Idee?
Vom Regionalverband Ruhr (RVR). Der Verband der Kreise und kreisfreien Städte des Ruhrgebiets hat in seiner Verbandsversammlung im Juni 2011 einstimmig beschlossen, eine Konzeptstudie für den Radschnellweg in Auftrag zu geben. Sie sollte über grundsätzliche Machbarkeit und Potenziale aufklären. Ende 2011 lag die Studie des des Dortmunder Büros „Planersocietät“ vor. Ihr Fazit: machbar.
Mit „Rheinische Bahn“ ist die Trasse der früheren Bahnstrecke Osterath-Dortmund Süd gemeint. Sie wurde zwischen 1866 und 1874 von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft erschlossen.
1959 wurden die ersten Streckenabschnitte vom Personenverkehr abgekapselt, heute ist die Strecke vielfach unterbrochen und stillgelegt.
Gleichzeitig unterzeichneten Landräte und die Oberbürgermeister der beteiligten Kommunen einen „Letter of intent“ (Absichtserklärung) für das Projekt.
Das Ziel des Ganzen: „Wir wollen das Radwegenetz nicht nur für den Freizeit-, sondern auch für den Alltagsverkehr tauglich machen“, sagt Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung beim RVR. Man erhofft sich, Berufsverkehr auf die Radwege zu verlagern
Was passiert aktuell?
Die Konzeptstudie diente dem RVR als Förderantrag für eine Machbarkeitsstudie, die konkrete Pläne für Wegeführung und Finanzierung liefern soll. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für diese Studie. „Im Laufe des nächsten Jahres“ soll sie vorliegen, so Martin Tönnes.
Der Bund finanziert die 325.000 Euro teure Studie im Rahmen des Programms „Radwegeausbau an Bundesfernstraßen“. Der RVR und die beteiligten acht Kommunen unterstützen das Projekt personell mit einer Arbeitsgruppe. Duisburg ist dort vertreten durch Georg Puhe vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement.
Wie könnte die „Radautobahn“ aussehen?
Die grobe Idee: Weitgehend kreuzungsfrei von Duisburg bis nach Hamm. Vorbei an Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund. Rund 85 Kilometer. In jede Richtung Fahrstreifen von zweieinhalb Metern Breite. Nach Möglichkeit abends beleuchtet.
Zum Teil sollen bestehende Radwege aus-, zum größeren Teil Strecken neu gebaut werden. Im westlichen Abschnitt vereinfachen alte Bahntrassen die Planung. Sie könnten mit relativ geringem Aufwand für den Radverkehr umgebaut werden, wie es beispielsweise auf der Erzbahntrasse zwischen Bochum und Gelsenkirchen bereits passiert ist. Der Lückenschluss zwischen Bochum und Hamm ist problematischer, teurer zu realisieren und bislang nur grob geplant.
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09:58
Was hat eine RAD - AUTO - BAHN mit einem Auto zu tuen? Wir sagen doch auch nicht AUTO - RAD - BAHN.
20:36
Wie wäre es die Schlaglöcher auf schon vorhandenen Radwegen auszubessern? Diese Radwege sind meist dort wo Menschen wohnen und bis zu fünf Kilometer zur Arnbeit fahren.
15:49
Wäre es möglich, das bescheuerte Wort "Radautobahn" durch "Radschnellweg" zu ersetzen, wie er ja in dem Artikel dann auch genannt wird?
Stimmt.
Und "Beim „Still-Leben A 40“ im Kulturhauptstadtjahr eine eintägige Ausnahme, 2020 vielleicht schon Alltag: Ein Schnellweg nur für Radfahrer." ist sachlich vollkommen falsch. Man hat doch nicht vor, eine Autobahn zu sperren, um sie für Radfahrer (und Fußgänger) freizugeben, sondern will eine eigenständige Trasse verwirklichen.
Wie ich diese Halb- und Unwahrheiten in der Presse doch liebe ...