18-jähriger Duisburger nach Diskobesuch von Güterzug erfasst

Viele junge Menschen mussten den Unfall mit ansehen. Notfallseelsorger kümmerten sich um sie.
Viele junge Menschen mussten den Unfall mit ansehen. Notfallseelsorger kümmerten sich um sie.
Foto: Funke Foto Services / Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Tödlicher Unfall nach der Disko: Ein 18-jähriger Duisburger wurde am Bahnhof Hochfeld-Süd von einem Zug erfasst. Seine Freunde sahen Unfall mit an.

Duisburg.. Bei einem schweren Unfall am Bahnhof Hochfeld-Süd in Duisburg kam am Sonntagmorgen ein junger Mann ums Leben. Zeugen des Unglücks mussten vor Ort von der Polizei betreut werden.

Der 18-jährige Duisburger war mit einer größeren Gruppe von Freunden aus einer nahegelegenen Diskothek "Pulp" gekommen. Bei der Durchfahrt eines Güterzugs gegen 6.30 Uhr versuchte der junge Mann im Übermut, gegen die Waggons des Zuges zu treten. „Er ist dabei zwischen Gleis und Gleisbett geraten und war sofort tot“, erklärte Einsatzleiter Frank Holl am Unfallort.

Die Polizei geht derzeit von einem tragischen Unfall aus – gestoßen wurde der Mann wohl nicht. Routinemäßig rückten aber auch Beamte der Kriminalpolizei aus und ermitteln weiter.

Notfallseelsorger betreuten junge Diskobesucher, die Unfall sahen

Etwa 15 junge Menschen befanden sich zum Unfallzeitpunkt am Gleis, die meisten wohl auch Diskobesucher. Viele davon sahen den Unfall direkt mit an. Die Polizei kümmerte sich um sie, bis kurz darauf mehrere Notfallseelsorger übernahmen. Zehn Menschen warteten in Decken gehüllt unter der Bahnhofsbrücke auf Angehörige, die sie abholten. „Standardmäßig rücken bei so einem Unfall auch Rettungskräfte aus. Wir haben aber früh einen Hinweis erhalten, dass der junge Mann tot ist. Danach haben wir dann noch die Notfallseelsorger informiert“, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr.

Daniela Krasch, Sprecherin der Polizei, betont, dass es auch Teil der Ausbildung von Polizisten ist, sich vor Ort um die Betroffenen zu kümmern, bis die Notfallseelsorger eintreffen. „Den Rest lernt man in der Praxis, wenn man mit solchen Geschehnissen konfrontiert wird.“

Am Sonntagmorgen sei die Lage ruhig gewesen, es waren viele Polizisten an der Unfallstelle und hatten entsprechend Zeit, sich zu kümmern. Vor Ort ging es aber auch darum, Zeugenaussagen aufzunehmen. „Die Kriminalpolizei ermittelt, das ist ein ganz normaler Vorgang, wenn eine Person nicht eines natürlichen Todes gestorben ist.“

Die Gleissperrung am Bahnhof Duisburg-Hochfeld ging um 6.45 Uhr bei der Polizei ein. Eine kurz darauf einfahrende Regionalbahn, auf die das Opfer sowie die anderen jungen Menschen wohl gewartet haben, musste im vorderen Abschnitt der Gleise halten. Nachdem Polizei und Feuerwehr ihre Arbeit abgeschlossen hatten, konnten die Fahrgäste gegen 7.40 Uhr den Zug verlassen. Die Strecke war bis kurz nach 8 Uhr gesperrt – mehrere Züge fielen aus.