Das aktuelle Wetter Duisburg 13°C
Polizei

140 Kommissaranwärter starten ihr Studium an der FH in Großenbaum

18.09.2012 | 10:00 Uhr
140 Kommissaranwärter starten ihr Studium an der FH in Großenbaum
Tim Gentges hat Anfang September seine Ausbildung bei der Polizei begonnen.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg. Von den 1400 neuen Kommissaranwärtern in NRW haben exakt 140 ihr dreijähriges Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Großenbaum begonnen. Einer von ihnen ist Tim Gentges. Sein Weg zur Polizei war kein geradliniger, obwohl ihn dieser Beruf schon immer interessierte. Zuvor versuchte sich der 25-Jährige vier Semester als Student an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Dann sattelte er noch einmal um und wagte einen Neuanfang. Die WAZ traf sich mit dem Quereinsteiger, um über seine Erwartungen an die bevorstehende Ausbildung und an den Polizeiberuf im Allgemeinen zu sprechen.

Praxistraining und Klausuren

„Die ersten zwei Wochen waren sehr interessant. Man hat sofort Kontakte zu den Kollegen geknüpft“, sagt der in Rheinhausen lebende Gentges, der mit den anderen Polizeineulingen seine Ausbildung am 3. September begonnen hat. Sofort habe die Gruppe die Räumlichkeiten der Fachhochschule kennen gelernt. Das erste Training folgte kurz darauf in der Polizeischule Selm. Klausuren und Praxistests sind schon nach kurzer Eingewöhnungszeit terminiert.

„Unsere Kommissaranwärter stehen unter ständiger Beobachtung, Bewertung und Kontrolle“, berichtet Rainer Schwartz. Er ist der Einstellungsberater bei der Polizei Duisburg und kümmert sich mit um die Nachwuchskräfte. Er zählt die Vorteile der Ausbildung auf – etwa, dass bereits während des Studiums ein Gehalt von rund 1000 Euro netto gezahlt wird. Zudem gebe es ein gutes Angebot für Spitzensportler, die Karriere auf dem Platz mit dem beruflichen Werdegang zu verknüpfen.

Facettenreicher Beruf

Hochschule
Wie die FHöV in Duisburg ausbildet

Am Duisburger Standort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes NRW (FHöV) werden Polizisten und Verwaltungsbeamte ausgebildet. Eine WAZ-Serie stellt die Studiengänge und die Pläne der Schulleitung vor. Hier finden Sie alle Folgen der FHöV-Serie.

Auch Tim Gentges ist Leistungssportler. Und zwar Handballer. Er spielte zuletzt sechs Jahre lang für den OSC Rheinhausen – darunter sogar eine Saison in der 2. Bundesliga. Nun ist er zur soeben begonnen Saison 2012/13 zum Niederrhein-Oberligisten TV Aldekerk gewechselt, trainiert dort bis zu viermal pro Woche. „Der Polizeiberuf ermöglicht es mir, beides unter einen Hut zu bekommen. Gerade während der Ausbildung kollidieren die Sport- und Arbeitstermine nicht“, sagt Gentges. Und Polizeihauptkommissar Rainer Schwartz ergänzt, dass die Spitzensportler nach einem Erlass des NRW-Innenministers im Zweifelsfall ihre Ausbildung zeitlich von drei auf fünf Jahre ausweiten dürften.

Beim Handball wurde Gentges quasi auch mit dem Polizei-„Bazillus“ infiziert. Denn zwei seiner früheren Teamkollegen beim OSC, Tobias Bochwitz und Mirko Szymanowicz, sind selbst im Polizeidienst tätig. Mit ihnen sprach er regelmäßig über deren Arbeit und begann sich dafür zu interessieren.

Beruf Polizist
Bewerbung für 2013 noch möglich

Einstellungsberater Rainer Schwartz weist darauf hin, dass die Bewerbungsfrist für interessierte Berufseinsteiger, die im Jahr 2013 ihre Ausbildung bei der Polizei samt Studium beginnen wollen, erst am 2. Oktober 2012 endet. Infos gibt es im Internet unter: www.polizei.nrw.de/beruf oder telefonisch bei der Polizei Duisburg: 0203/280 1055. Dort werden alle Einstellungsvoraussetzungen genannt.

Insgesamt 47 der 140 Neulinge, die ab sofort in Großenbaum studieren, sind Frauen. 38 der 140 kommen aus Duisburg. Nach ihrer Ausbildung könnten die Absolventen aber nicht nur im Duisburger Präsidium unterkommen, sondern auch in Krefeld, Viersen, Mönchengladbach, Wesel oder Kleve. Und Groß-Präsidien wie Essen, Düsseldorf oder Köln werden bevorzugt mit nachrückendem Personal bestückt.

Doch der Einstellung im Polizeidienst stand zunächst im Wege, dass Gentges an einer starken Sehschwäche litt. Eine Augen-OP sollte das ändern. Diese lehnte er aber zunächst ab und begann lieber ein Studium. „Da habe ich aber relativ schnell gemerkt, dass das nix für mich war“, so Gentges. Also ließ er sich dann doch die Augen lasern, schaffte auch noch ein gutes Ergebnis bei den Aufnahmeprüfungen und freut sich nun auf die Ausbildung, die er ehrgeizig angehen und so gut wie möglich abschließen will. Wo er mal unterkommen will, weiß Gentges noch nicht. „Der Job ist facettenreich und bietet später viele Alternativen. Das war auch ein Grund, Polizist zu werden.“

Thomas Richter



Kommentare
18.09.2012
19:55
140 Kommissaranwärter starten ihr Studium an der FH in Großenbaum
von silverstone | #1

Schraubt mal die Frauenquote hoch.Ich mag Polizistinnen ;)

Aus dem Ressort
Anklage wankt - Neues Gutachten zur Loveparade nötig?
Loveparade
Das Gutachten aus dem Hause Keith Stills ist ein zentrales Dokument der Anklage gegen die Beschuldigten im Loveparade-Prozess. Doch offenbar haben Mitarbeiter von Stills mehr Leistungen erbracht, als bekannt – was mindestens hätte kenntlich gemacht werden müssen. Die Anklage gerät ins Wanken.
Uni Duisburg verwehrt Studenten Raum für Kurdistan-Vortrag
Bildung
Die Universität habe „eine Verpflichtung, Studierende vor möglichen gewalttätigen Auseinandersetzungen zu schützen“, so die Uni. Die Linke Liste in der Studentenvertretung hält die Entscheidung für nicht akzeptabel, denn: „Einige unserer Kommilitonen haben Angehörige in der umkämpften Region.“
Duisburger Bahnhof Wedau soll gläsernes Dach erhalten
Stadtplanung
Der erste Entwurf für die neue Nutzung des alten Bahnhofs Wedeau liegt vor. Der Plan des neuen Eigentümers sieht ein gläsernes Dach vor. Ein Teil des Gebäudes soll vermietet werden. Das alte Empfangsgebäude soll stehen bleiben. Möglichst Mitte nächsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen.
Duisburger hat am Gesetz zur Gifttier-Haltung mitgearbeitet
Giftige Tiere
Im kommenden Jahr soll die Haltung von giftigen und gefährlichen Tieren erschwert werden. Der Duisburger Norbert Zajac hat an dem Gesetzentwurf der NRW-Landesregierung mitgearbeitet. Zajac selbst verkauft seit 35 Jahren keine Giftschlangen mehr. Der Händler erklärt die Neuerungen.
Vermüllte Dächer in Duisburg-Marxloh sind teilweise geräumt
Wilde Müllkippe
Der Protest hatte Erfolg: Am Mittwochmittag wurde der Sperrmüll von einem Teil der Hausdächer in Duisburg-Marxloh geräumt. Die Kosten dafür übernimmt der Hauseigentümer. Auf anderen Dächern indes liegen noch Berge von Abfällen – und auf einem Wirtschaftsweg türmt sich der Müll weiterhin.
Fotos und Videos
Ehrengäste in lockerer Runde
Bildgalerie
NRZ Sportfete
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Rundgang durch Vierlinden
Bildgalerie
Stadtteile