140 Kommissaranwärter starten ihr Studium an der FH in Großenbaum

Tim Gentges hat Anfang September seine Ausbildung bei der Polizei begonnen.
Tim Gentges hat Anfang September seine Ausbildung bei der Polizei begonnen.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Von den 1400 neuen Kommissaranwärtern in NRW haben exakt 140 ihr dreijähriges Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Großenbaum begonnen. Einer von ihnen ist Tim Gentges. Sein Weg zur Polizei war kein geradliniger, obwohl ihn dieser Beruf schon immer interessierte. Zuvor versuchte sich der 25-Jährige vier Semester als Student an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Dann sattelte er noch einmal um und wagte einen Neuanfang. Die WAZ traf sich mit dem Quereinsteiger, um über seine Erwartungen an die bevorstehende Ausbildung und an den Polizeiberuf im Allgemeinen zu sprechen.

Praxistraining und Klausuren

„Die ersten zwei Wochen waren sehr interessant. Man hat sofort Kontakte zu den Kollegen geknüpft“, sagt der in Rheinhausen lebende Gentges, der mit den anderen Polizeineulingen seine Ausbildung am 3. September begonnen hat. Sofort habe die Gruppe die Räumlichkeiten der Fachhochschule kennen gelernt. Das erste Training folgte kurz darauf in der Polizeischule Selm. Klausuren und Praxistests sind schon nach kurzer Eingewöhnungszeit terminiert.

„Unsere Kommissaranwärter stehen unter ständiger Beobachtung, Bewertung und Kontrolle“, berichtet Rainer Schwartz. Er ist der Einstellungsberater bei der Polizei Duisburg und kümmert sich mit um die Nachwuchskräfte. Er zählt die Vorteile der Ausbildung auf – etwa, dass bereits während des Studiums ein Gehalt von rund 1000 Euro netto gezahlt wird. Zudem gebe es ein gutes Angebot für Spitzensportler, die Karriere auf dem Platz mit dem beruflichen Werdegang zu verknüpfen.

Facettenreicher Beruf

Hochschule Auch Tim Gentges ist Leistungssportler. Und zwar Handballer. Er spielte zuletzt sechs Jahre lang für den OSC Rheinhausen – darunter sogar eine Saison in der 2. Bundesliga. Nun ist er zur soeben begonnen Saison 2012/13 zum Niederrhein-Oberligisten TV Aldekerk gewechselt, trainiert dort bis zu viermal pro Woche. „Der Polizeiberuf ermöglicht es mir, beides unter einen Hut zu bekommen. Gerade während der Ausbildung kollidieren die Sport- und Arbeitstermine nicht“, sagt Gentges. Und Polizeihauptkommissar Rainer Schwartz ergänzt, dass die Spitzensportler nach einem Erlass des NRW-Innenministers im Zweifelsfall ihre Ausbildung zeitlich von drei auf fünf Jahre ausweiten dürften.

Beim Handball wurde Gentges quasi auch mit dem Polizei-„Bazillus“ infiziert. Denn zwei seiner früheren Teamkollegen beim OSC, Tobias Bochwitz und Mirko Szymanowicz, sind selbst im Polizeidienst tätig. Mit ihnen sprach er regelmäßig über deren Arbeit und begann sich dafür zu interessieren.

Bewerbung für 2013 noch möglichDoch der Einstellung im Polizeidienst stand zunächst im Wege, dass Gentges an einer starken Sehschwäche litt. Eine Augen-OP sollte das ändern. Diese lehnte er aber zunächst ab und begann lieber ein Studium. „Da habe ich aber relativ schnell gemerkt, dass das nix für mich war“, so Gentges. Also ließ er sich dann doch die Augen lasern, schaffte auch noch ein gutes Ergebnis bei den Aufnahmeprüfungen und freut sich nun auf die Ausbildung, die er ehrgeizig angehen und so gut wie möglich abschließen will. Wo er mal unterkommen will, weiß Gentges noch nicht. „Der Job ist facettenreich und bietet später viele Alternativen. Das war auch ein Grund, Polizist zu werden.“