13 Kontrabassisten brauchen viel Platz

„Mehr Bass“ soll als Inschrift auf der Grabplatte des US-Soul- und Jazz-Produzenten Jerry Wexler stehen, der mit Atlantic Records den knackigen Sound seiner Zeit maßgeblich prägte. Wenn dann jedoch unter dem schönen Band-Titel „Bassmasse 13“ exakt auch 13 Kontrabassisten auf der Bühne stehen, so ist Jerry Wexler über sein Tonstudio hinaus instrumental erhört worden.

Angeführt vom Kölner Solo-Bassisten und deutschen Jazz-Echo-Preisträger Sebastian Gramss sowie von seinem Kollegen Dieter Manderscheid präsentierte sich jetzt in der Konzertreihe des Ruhrorter Lokals Harmonie ein äußerst tief gestimmtes Ensemble, das alleine für seine gewaltigen Instrumente schon viel Platz brauchte. Das zahlreich erschienene Stammpublikum, aber auch viele neue Jazz-Freunde erlebten unter der Leitung von Dirigent Rodrigo Lopez Klingenfuss ein originelles Konzert, das ganz im Stil der Ruhrorter Jazz-Reihe das musikalische Risiko schätzte.

Das Ensemble eröffnete den Abend mit einem sinfonischen Werk für gestrichene Bässe, dessen zelebrierte Melancholie dann zugunsten eines flinken und brausenden Rhythmusspiels aufgelöst wurde. Temporeich gewann das gewagte Werk dann an düsterer Dramatik, die auch als avantgardistische Filmmusik durchgehen würde.

Freude am Experiment

Sebastian Gramss und Dieter Manderscheid gaben nun einen virtuosen Dialog zwischen zwei Bässen vor, denen die übrigen elf Bassisten folgten. Dabei stand die ungewollte Theatralik des Teams in einem Kontrast zur scheinbaren Ernsthaftigkeit der Musik, die beim fantasiebegabten Zuhörer immer wieder bewegte Bilder erzeugte. Insgesamt war es ein seltenes musikalisches Erlebnis, dessen Schöpfern man auf keinen Fall einen Hang zu leichter Kost vorwerfen kann. Das begeisterte Publikum zeigte viel Freude am Experiment, für das diese Konzertreihe eben auch steht. Ganz viel Beifall für „Bassmasse 13“.