123 500 000 Euro
26.02.2008 | 19:56 Uhr 2008-02-26T19:56:43+0100So hoch ist der volkswirtschaftliche Schaden aller Verkehrsunfälle, die sich im vergangenen Jahr in Duisburg ereignet haben. Polizei wird die Aufklärungsarbeit bei Unfallfluchten mit Personenschaden intensivieren
VERKEHRSUNFALLSTATISTIK FÜR DAS JAHR 2007 Statistiken der Verkehrsunfallzahlen haben etwas Schlimmes an sich: Hinter nüchternen Zahlen verbergen sich Schicksale von verletzten und getöteten Menschen und deren Familien. Und wenn Polizeidirektor Rainer Blaudzun sagt, dass man im vergangenen Jahr mit 1812 Verunglückten unter dem gesetzten Ziel von 1900 geblieben ist, vergisst er nicht hinzuzufügen: "Jeder Verunglückte ist einer zu viel."
Acht Menschen wurden 2007 bei Verkehrsunfällen getötet, die Zahl der Leichtverletzten stieg um 6,1 % auf 1505, die der Schwerverletzten um 10,7 % auf 299. Unter den Verletzten waren 207 Kinder, davon 45 als Mitfahrer im Auto, "weil sie gar nicht oder nicht richtig gesichert waren", erklärte der Leiter der Direktion Verkehr, Wolfram Elsner. 45 % aller Kinderunfälle im Straßenverkehr ereigneten sich in Beeck, Mittel- und Obermeiderich, Neumühl, Aldenrade, Obermarxloh, Bergheim, Friemersheim, Hochemmerich und Hochfeld.
Nach wie vor stellt die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren mit 284 im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil einen überproportional hohen Anteil der Verunglückten (34 schwer- und tödlich Verletzte), steigend auch die Zahl verunglückter Senioren (241, darunter 60 schwer Verletzte und zwei Tote). Allerdings steigt durch die Bevölkerungsentwicklung auch der Anteil der Senioren unter den Verkehrsteilnehmern.
Unter den Verkehrstoten des letzten Jahres waren zwei Autofahrer, zwei Mitfahrer, zwei Radfahrer, ein Fußgänger und ein motorisierter Zweiradfahrer. Zählt man Radfahrer und motorisierte Zweiradfahrer zusammen, bilden sie mit insgesamt 708 verletzten oder getöteten Menschen die größte Gruppe. 409 verunglückte Radfahrer lassen die Frage nach der Verkehrssicherheit für diese Gruppe aufkommen und was die Stadt tun kann, um ihr Unfallrisiko zu vermindern (siehe Kurzinterview mit dem Duisburger Polizeipräsidenten Rolf Cebin).
An den beampelten Kreuzungen, in denen nachts die Lichtzeichenanlagen abgeschaltet werden, um jährlich rund 60 000 Euro Energiekosten einzusparen, haben sich seit dem 1. August 36 Verkehrsunfälle ereignet. Vier Menschen wurden dabei schwer-, 17 leicht verletzt. Es entstand ein geschätzter Gesamtschaden von etwa 200 000 Euro, wie Wolfram Elsner erläuterte.
Noch größer sei der volkswirtschaftliche Schaden, den die Statistiker für einen Schwerverletzten auf 96 000 Euro berechnen. Insgesamt sei 2007 auf Duisburger Straßen bei Verkehrsunfällen ein volkswirtschaftlicher Schaden von 123 500 000 Euro entstanden.
Die Straße mit der höchsten Verkehrsfrequenz ist die B 288 (49 Unfälle, ein Toter, drei schwer-, vier leicht Verletzte). Die Polizei plädiert für "Starenkästen" auf der Duisburger Strecke.
Intensiviert werden in diesem Jahr die Aufklärungsbemühungen von Verkehrsunfallfluchten, vor allem bei Personenschaden.

18:19
Es gibt eine ganze Menge, was man noch für die Sicherheit von Radfahrern in Duisburg tun kann! Die Fragen in dem Kurzinterview mit dem Polizeipräsidenten sind dabei leider viel zu undifferenziert und zielen in die falsche Richtung.
Sicherlich ist es richtig, dass es einzelne Radfahrer gibt, die sich nicht an die Regeln halten. Aber mindestens genauso gravierend und damit verbesserungswürdig sind die Verkehrsführung (Angebotsstreifen, Radfahrer in der Planung stärker berücksichtigen, gefährliche Ampelschaltungen entschärfen) und sehr bedeutend: den Autofahren muss die Präsens und die Rechte der Radfahrer viel stärker bewusst gemacht werden!!!