Ihr Heimathafen ist Saarbrücken. Doch nun macht sich die „Maria Helena“ auf auf große Fahrt. Ziel ist das Ruhrgebiet und hier auch Duisburg als Station. Der ehrwürdige Kohlekahn aus dem Jahr 1911 will das Saarland und das Ruhrgebiet verbünden und setzt dabei auf Kultur. „Feuer und Stahl“ heißt das mobile Filmfestival, dass am 7.und 8. Juli im Innenhafen in der Nähe des Schwanentors vor Anker geht.

Die „Maria Helena“ ist nicht das einzige Theaterschiff der Welt, aber eines der wenigen, das seinen Spielort mit eigenem Motor erreichen kann. Und so will es die Menschen erreichen, die durch Kohle und Stahl geprägt wurden: Mit Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Lesungen, Vorträgen, Installationen. Also eine ganz andere Fracht als die ersten 100 Jahre, in denen die „Maria Helena“ Kohle, Getreide, Kies, Stahl oder Erbsen über französische Flüsse und Kanäle bis nach Lyon und Paris trandsportierte– erst als Treidelschiff, das von Pferden gezogen wurde, von 1955 an dann mit eigenem Motor.

Der erste Programmpunkt am Dienstag, 7. Juli, beschäftigt sich mit Halden und ihrer „Nachnutzung“. Die Autorin Dr. Sabine Graf redet ab 19 Uhr mit Prof. Harald Hullmann, der mit Partner die Halde Lydia unweit der Siedlung Camhausen bei Saarbrücken als Mondlandschaft mit Himmelsspiegeln gestaltet hat. Ab 20.15 Uhr wird auf dem Kohlekahn „Losers and Winners“ gezeigt, ein Dokumentarfilm über die Demontage der Kokerei „Kaiserstuhl durch Chinesen gezeigt. Anderthalb Jahre lang begleiteten Michael Loecken und Ulrike Franke die Arbeiten rund um das Verschwinden von Kaiserstuhl.

Ausgewählte Filme von Kindern aus dem Videowettbewerb „Creajeune“ gibt es am Mittwoch, 8. Juli, ab 14 Uhr, bevor um 19 Uhr das Trio Sorrentino der Duisburger Philharmoniker die Gäste mit Kaffeehausmusik und Operetten-Evergreens auf den weiteren Abend einstimmt. Um 20 Uhr stellt Autor und saarländischer Ex-Ministerpräsident Reinhard Klimmt den Bildband „Fünf Halbe und ganze Kerle“ vor: eine Bilderreise durch das Saarland der 50er Jahre. Ab 21 Uhr wird es dann ganz duisburgerisch. „Tor 2“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Filmemachern zur Unterstützung des Stahlstreiks 1978. In der Silvesternacht 1978 sind die Filmemacher am Tor 2 der Mannesmann-Hütte im Duisburger Süden: Gefühle und Gedanken an Silvester, beim Streik vorm Tor.

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