Zwist um verschwundenes Geschenk zum Hochzeitstag

Wegen eines entgangenen Geschenks zum ersten Hochzeitstag zog eine Lektorin gestern sogar vors Amtsgericht. Eine Goldkette für rund 2000 Euro hatte ihr Gatte nämlich als Überraschung für seine Angetraute beschafft. Doch bei einer Flugreise des Paares von Düsseldorf nach Kopenhagen soll das Schmuckstück im April 2014 spurlos aus dem Koffer der Eheleute verschwunden sein. Jetzt klagt die Gattin gegen die Airline, will zumindest Ersatz für den Wert der Kette. Die Richterin ließ aber durchblicken: Das Mitverschulden des Ehepaares am Verschwinden der Kette sei erheblich.

Hochwertiger Schmuck, so fand die Richterin, gehört nicht ins normale Reisegepäck, das im Frachtraum verstaut wird. Erst recht nicht, wenn Flugreisende ihre Koffer mit solchen Wertsachen dann auch noch unverschlossen aufgeben. Doch die hochwertige Kette per Handgepäck mit in die Kabine zu nehmen – das hatte der Ehemann der Klägerin beim Flug angeblich ja unbedingt vermeiden wollen.

Haftung abgelehnt

Damit seine Gattin das Präsent nicht zufällig schon vor dem Hochzeitstag entdeckt, habe er die 2000-Euro-Kette im Koffer versteckt.

Doch am Hochzeitstag stand der Gatte laut Klage dann ohne Liebesgabe da. Die Kette müsse zwischen dem Einchecken in Düsseldorf und der Gepäckausgabe in Kopenhagen gestohlen worden sein, so das Ehepaar. Also sei die Fluglinie dafür haftbar. Das lehnt die Airline aber ab. Aus Sicht des Unternehmens sei bisher noch nicht mal bewiesen, ob im Fluggepäck der Kläger jemals ein solches Schmuckstück vorhanden war.

Und laut einem internationalen Abkommen liegt die Höchstgrenze bei einem Gepäckverlust bei 1263,33 Euro. Als Vergleich regte die Richterin an, das Ehepaar solle davon ein Viertel erhalten, also rund 315 Euro. Sie hielt es für fahrlässig, so teuren Schmuck im unverschlossenen Koffer am Flughafen abzugeben. Die Klägerin wies den Vorschlag als völlig unzureichend ab, will jetzt beweisen, dass ihr ein deutlich höherer Ersatz zusteht. Der Prozess geht am 23. Februar weiter.