Zweifel berechtigt?

Beim Kongress der Deutschen Diabetesgesellschaft am vergangenen Wochenende wurde die Effektivität von Lebensstil-Änderungen zur Verhinderung des Typ 2 Diabetes in Zweifel gezogen. Es wurde angeführt, dass man sieben Personen behandeln müsse, um einen Diabetesfall zu verhindern. Sind diese Zweifel berechtigt?

In wissenschaftlichen Studien werden die Teilnehmer zufällig einer Behandlungs- bzw. einer Kontrollgruppe zugeteilt. So wurde dies auch bei den Diabetespräventionsstudien gemacht, und in der Tat konnte man langfristig nur bei jedem siebenten Teilnehmer durch die Lebensstilintervention den Diabetes langfristig verhindern. Jedoch bedeutet die Teilnahme in der Lebensstilgruppe nicht die Einnahme einer Tablette, sondern man muss seine Ernährung und sein Bewegungsverhalten ändern. Wenn Teilnehmer an diesen Studien mehr als drei Ziele wie deutliche Gewichtsabnahme oder vermehrte körperliche Aktivität erreichten, waren sie nahezu komplett vor dem Diabetes geschützt. Dies zeigt, dass nicht die Lebensstilintervention das Problem darstellt, sondern die Konsequenz der Umsetzung dieser Maßnahmen. Im Übrigen ist eine Anzahl von sieben zu behandelnden Patienten zur Verhinderung eines Diabetes auch gar nicht so schlecht, bei Herz-Kreislauf-Medikamenten muss man meist 20 bis 30 Personen behandeln, um zum Beispiel einen Herzinfarkt zu verhindern.

Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines gesunden Lebensstils sind absolut unberechtigt. Man muss sich eher fragen, welches die Hintergründe sind, dass bestimmte Ärzte hier Bedenken schüren…..

www.vkkd.de