Zwei Fälle von Q-Fieber in Düsseldorf registriert

Das Düsseldorfer Gesundheitsamt warnt Eltern, die mit ihren Kindern die beliebten Düsseldorfer Streichelzoos besuchen möchten.
Das Düsseldorfer Gesundheitsamt warnt Eltern, die mit ihren Kindern die beliebten Düsseldorfer Streichelzoos besuchen möchten.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das Düsseldorfer Gesundheitsamt warnt vor dem seltenen Q-Fieber. Zwei Pferdehalter haben sich wohl angesteckt. Man soll auch die Streichelzoos meiden.

Düsseldorf.. In Düsseldorf ist das seltene Q-Fieber ausgebrochen. Möglicherweise, so teilt das Gesundheitsamt mit, haben sich zwei Pferdehalter auf einem Hof im Düsseldorfer Osten mit der Krankheit angesteckt. Für Tiere sei das „Q-Fieber“ eher harmlos. Meist fällt gar nicht auf, dass die Vierbeiner sich infiziert haben. Für den Menschen jedoch, so die Experten, kann das Fieber „unangenehm“ werden.

„Meistens verläuft die Krankheit bei einer Ansteckung harmlos“, so Stadtsprecher Michael Bergmann. „Es kann aber auch passieren, dass man sich fühlt wie bei einer dicken Erkältung. Und im schlimmsten Fall gibt es eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung.“

Das Q-Fieber gehört zu den so genannten Zoonosen, also eine über Tiere oder deren Ausscheidungen übertragbare Erkrankung. Es dauert rund eine Woche, bis der Erreger zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Besonders gefährdet sind demzufolge Personen, die engen Kontakt zu Tieren haben wie Schafe und Ziegen. Gefährdet sind vor allem Schlachter, Tierfellverarbeiter, Tierhalter oder medizinisches Fachpersonal.

Tiere nicht streicheln

Das Gesundheitsamt warnt aber auch alle Eltern, die mit ihren Kindern am kommenden Wochenende die beliebten Düsseldorfer Streichelzoos besuchen möchten. Im Südpark, in Knittkuhl oder in Holthausen gehören Schafe und Ziegen zu den Attraktionen. „Man sollte zurzeit das Streicheln der Tiere unterlassen“, sagt Bergmann.

Am häufigsten wird Q-Fieber übertragen von so genannten Paarhufern wie Rinder, Schafe und Ziegen. Desweiteren kommen als Überträger auch Katzen, Hunde, Kaninchen und Wildtiere sowie Vögel in Frage. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Inhalation infektiösen Staubes (Tierkot auf dem Stallboden) oder direkten Kontakt zu den infizierten Tieren. Die Tiere zeigen selbst meist keine Symptome.

Rund die Hälfte aller Fälle verlaufen ohne Symptome oder mit grippeähnlichen Symptomen und heilen spontan nach spätestens zwei Wochen Wochen aus. Die akute Infektion beginnt meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und ausgeprägten Stirnkopfschmerzen. Im weiteren Verlauf können Lungen- oder Leberentzündungen auftreten. Selten sind Herzmuskel- oder Herzinnenwandentzündung oder Hirnhautentzündung.

Infizierte müssen nicht isoliert werden

Da eine Übertragung von Mensch zu Mensch bis auf ganz wenige Ausnahmen praktisch ausgeschlossen ist, sind besondere Schutzmaßnahmen, etwa die Isolierung von betroffenen Menschen, nicht erforderlich.

Das Gesundheitsamt rät dennoch: Sollte jemand im Zeitraum von zwei bis drei Wochen nach dem letzten Kontakt zu einem möglicherweise infizierten Tier, die beschriebenen Symptome aufweisen, sollte er zum Hausarzt gehen, damit dieser eine Erregerdiagnostik vornehmen kann und gegebenenfalls eine Behandlung einleitet.