Zurheide quartiert sich im Ex-Kaufhof ein

In Reisholz gibt es auf 6000 Quadratmetern bereits einen großen Markt des Familienunternehmens Zurheide. Dort kann man feinste Lebensmittel einkaufen, immer wieder gibt es gastronomische Events, bei denen Spitzenköche auftischen. In der Innenstadt stößt die Firma nun in eine neue Dimension vor und wird alleiniger Handelsmieter im ehemaligen Kaufhof. „Zurheide wird das Untergeschoss sowie das Erdgeschoss komplett übernehmen“, bestätigt Oliver Berief, Prokurist des Eigentümers Koerfer-Gruppe. Das Unternehmen mit heute acht Filialen und Hauptsitz in Bottrop mietet 12 000 Quadratmeter an.

Seit Jahresbeginn wird der ehemalige Kaufhof an der Ecke Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße entkernt, in der ersten Jahreshälfte 2017 soll der Umbau abgeschlossen sein. Die Koerfer-Gruppe hat ihre Pläne für die weitere Nutzung nun geändert. Ursprünglich war vorgesehen, lediglich im Untergeschoss Lebensmittelhandel unterzubringen. Im Erd- sowie im ersten Obergeschoss sollten Textilien, Spielwaren und Unterhaltungselektronik angeboten werden. Dieses Konzept ist Vergangenheit. Zurheide macht den Kaufhof zum „Kau-Hof“, das erste Obergeschoss, bislang auch Handelsfläche, wird zur Parketage, so dass auf den Ebenen eins bis vier Kunden auf mehr als 500 Plätzen ihre Fahrzeuge abstellen können. Zum 65 Millionen Euro teuren Projekt gehört auf dem Dach der Neubau eines Viersternehotels der Carat-Gruppe.

„Riesengroße Bäckerei“

Firmenchef Heinz Zurheide plant an der Graf-Adolf-Straße „eine riesengroße Bäckerei mit Brot-, Brötchen- und Kuchenspezialitäten aller Art“. Zur Straße gibt es einen To-Go-Verkauf, innen einen Gastro-Bereich, wo man sich hinsetzen und die Speisen mit einem Getränk verzehren kann. Bei der Herstellung der Lebensmittel können die Kunden zuschauen. Diese Systematik setzt sich fort, nebenan mit einer Sushi- und dann mit einer Grill-Station, wo das Angebot vom Hähnchen übers Schnitzel bis zum Reibekuchen reicht. Eine Salatbar ist ebenfalls vorgesehen, zudem zwei weitere Stationen, vermutlich eine mit türkischen Spezialitäten. An der Berliner Allee ändert sich der Charakter, dort startet Zurheide Eis- und Schokoladenproduktionen, ‘zig Kaffeesorten können genossen und gekauft werden. Das Schlaraffenland setzt sich im Untergeschoss, wo sich auch der Supermarkt befindet, mit einem Gourmetbistro fort, zudem mit Steak- sowie Schinkenbereich sowie einer großen Käseabteilung. Öffnen will Zurheide bis 22 Uhr. „Und zwar alle Abteilungen“, sagt der Firmenchef. Düsseldorf habe eine so tolle Innenstadt, er könne nicht verstehen, dass viele Händler bereits um 19 Uhr ihr Geschäft schließen. „Ich glaube, hier geht es vielen noch zu gut.“

Zurheide sucht schon länger in Düsseldorf nach einem zweiten Standort und wurde immer wieder mit Projekten in Verbindung gebracht; mal am Mörsenbroicher Ei, mal am Kö-Bogen. Mit der nun gefundenen Adresse ist Heinz Zurheide sehr zufrieden, denn er kann dort unterschiedlichste Zielgruppen ansprechen: die Bewohner der südlichen Innenstadt, mehr als 20 000 Arbeitnehmer in der näheren Umgebung, zudem passieren täglich um die 80 000 Autos die Kreuzung. Die Söhne Marco und Rüdiger, die in Reisholz mit 150 Mitarbeitern aktiv sind, werden die Geschäfte in der City mit mindestens 200 Mitarbeitern führen. Die geänderten Pläne sind mit der Stadtverwaltung abgestimmt, das Architekturbüro RKW wird nun die Fassade überarbeiten.