Zum 26. Mal vor Gericht

Ohne Ergebnis abgebrochen hat das Landgericht gestern den 26. Strafprozess gegen einen 64-jährigen Serien-Einbrecher. Der Mann, der sich seit vierzig Jahren für hochgradig spielsüchtig hält, hatte erneut Haftstrafen von 20 Monaten angesammelt, hoffte per Berufung gestern aber auf eine weitere Bewährungs-Chance.

Mit nächtlichen Einbrüchen in einen Handy-Laden, zwei Juwelier-Geschäfte und eine Schreibboutique am Schadowplatz hatte er versucht, seinen Hang zum Roulette-Spiel zu finanzieren. Der Mann ist aus dritter Ehe verwitwet, hat drei erwachsene Kinder – und bisher insgesamt rund sechs Jahre seines Lebens in Gefängnissen verbracht.

Die Beute versilbert

Denn seinen Spieltrieb habe er mit ehrlicher Arbeit als Dachdecker schon seit 1980 nicht mehr finanzieren können. Also habe er stets Diebstähle begangen und kleinere Einbrüche, um die Beute hinterher zu versilbern und in Casinos zu tragen. Das Glück war ihm dort aber genauso wenig hold, wie bei diversen Einbruchsversuchen, zuletzt 2013, als er nach einem Steinwurf gegen das Schaufenster einer Schreibboutique noch in Tatortnähe festgenommen wurde.

Ähnlich erging es ihm Monate später in einem Handyladen an der Kölner Straße. Dort waren Zivilbeamte auf ihn aufmerksam geworden und konnten ihn festnehmen. Solche Vorwürfe abzustreiten, versuchte der 64-Jährige gestern nicht. Er schilderte auch, dass er seit einem Jahr eine ambulante Spielsucht-Therapie besuche, obwohl er sich von einer stationären Therapie mehr verspreche. Sein Anwalt regte zusätzlich aber auch noch eine Untersuchung zur Schuldfähigkeit des 64-Jährigen an.

Das Gericht schickte den Angeklagte zu einem Gutachter und hat das Verfahren bis zu dessen Ergebnis ausgesetzt.