Zu wenig Platz für die Skater

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Was wir bereits wissen
Die Anlage im Düsseldorfer Ulenbergpark ist die einzige ihrer Größe in Düsseldorf – und sie ist hoffnungslos überlastet.

Düsseldorf..  Der Atem dampft in der Luft, blauer Himmel, Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Der Ulenbergpark ist im Winter nur von wenigen Spaziergängern bevölkert, die Rampen der Skateanlage sind jedoch niemals leer. Die jungen Biker, Scooter und Skateboarder stören sich nicht an der Witterung, selbst nasskaltes Wetter hält sie nicht davon ab, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, einander ihr Können zu zeigen und Spaß am Fahren zu haben. Der Skatepark ist die einzige Anlage ihrer Größe im gesamten Stadtgebiet, wunschlos glücklich sind damit weder Skater noch Biker: fehlende Überdachung, ein einseitiges Angebot an Hindernissen und viel zu wenig Platz zum Fahren. Höchste Zeit, dass die Landeshauptstadt nachlegt, denn auf den Skatepark Eller warten die Boarder und Biker der Stadt seit nunmehr acht Jahren.

„Der Skatepark Ulenberg ist für den Raum Düsseldorf absolut nicht ausreichend“, sagt Peter Jandt. Der 46-Jährige sammelte viel Jahre lang Erfahrung als BMX-Profi auf internationalem Parkett, half bei der Planung und Installation der Rampe vor dem Apollo-Theater mit und organisierte selbst schon viele Bike-Events im Land.

Laut Jandt gibt es 1000 Skater und rund 400 BMX-Fahrer in der Stadt – für die kann der Ulenbergpark nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein: „Der Skatepark in der Freizeitanlage ist sicher eine gute Möglichkeit für Anwohner. Es gibt aber anderswo Parks, die damit nicht zu vergleichen sind.“ Weit schauen muss man dafür nicht, denn Köln macht mit Skatehalle, dem Skatepark am Rhein und kleineren Anlagen vor, wie es geht. Die Skateanlage Ulenberg ist ein Teil des vom Gartenamt betreuten Freizeitparks Ulenberg und wurde im Jahr 2009 gebaut. Sie besteht aus einer Hälfte, die für BMX-Fahrer gedacht ist, die Rampen und Stufen der anderen Seite sind für Skateboards geeignet.

Wenn es nicht regnet, sind hier meist um die 30 Leute“, sagt Filipo Trigo. Jeden Tag nach der Schule kommen er und seine Freunde in den Ulenbergpark, viele von ihnen hat der 14-Jährige beim Skaten und Biken kennengelernt. Alternativen zum Park, der laut Jandt mit zehn Skatern und vier BMX-Fahrern bereits vollständig ausgelastet ist, gebe es in der Stadt wenige. Neben der kleinen Anlage nahe den Stadtwerken fallen Filipo lediglich die „Sieben Hügel“ im Grafenberger Wald ein. Auch die öffentliche Rampe am Apolloplatz sei nur bedingt zu empfehlen. „Da sind zu viele Kinder“, sagt Finn Hühner, der seit einem Jahr Dirt-Bike, ein BMX-ähnliches Mini-Fahrrad, fährt. Die Anlage im Ulenbergpark, die laut Jandt einen Kompromiss für Skater und Biker darstellen soll, sieht Finn als ungeeignet für Letztere: „Das ist weniger was für Biker, die brauchen eigentlich viel mehr Platz.“

Der 13-jährige Chimobe Igwe wünscht sich für den Skateplatz vor allem eine Überdachung: „Der Boden strahlt im Sommer viel Hitze ab, da braucht man ein Dach, unter dem man sich abkühlen kann.“ Professionelle Skater wie der 27-jährige Marco Hosaka sehen noch ein weiteres Problem. „Sie ist sehr rampenlastig. Skateboarding ist aber wesentlich vielseitiger“, sagt Hosaka.

Basiselemente wie Geländerkonstruktionen („Rails“) vermisse man im Ulenbergpark ebenso wie befahrbare Mauern und Bordsteine („Curbs“). „Fortgeschrittene Fahrer haben hier keinen Platz. Das ist eher ein Kindergeburtstag“, findet Hosaka. Undankbar für die Anlage sei er nicht, die Skaterkultur der Stadt sei ohne die richtige Anlage jedoch beschränkt. „Die Szene wächst, Skating ist gerade durch Kleidung wieder in Mode gekommen“, sagt Hosaka. „Wir brauchen aber etwas Überdachtes. In anderen Städten gibt es das ja auch.“ Gegen Eintrittsgebühren für Skatehallen hat er nichts: „Es gibt Hallen, in die man kostenlos reinkommt, das ist aber nichts Selbstverständliches.“