Zeitreise einer Natur-Vision

Zum Tag des Baumes am 25. April organisiert der Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie für Düsseldorfer Schüler ein Zeitkapsel-Projekt. Gesucht werden Texte, Lieder oder Bilder zu der Frage: Wie sieht die Düsseldorfer Natur in 100 Jahren aus?

In einer Zeitkapsel werden Gegenstände aufbewahrt. Nach Ablauf einer vorab bestimmten Zeit wird die Kapsel geöffnet. So bleibt der Inhalt bewahrt für künftige Generationen. Der Begriff „Zeitkapsel“ wurde in den 1930er-Jahren zum ersten Mal benutzt. Aus der Zeit der Jahrhundertwende zum 21. Jahrhundert existieren in den USA etwa 30 Zeitkapseln. Dort ist das Verfahren weiter verbreitet als in Deutschland.

Andreas Vogt vom Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie: „Im Gegensatz zu Grundsteinen, die selten geöffnet werden, wird bei der Renovierung von Kirchturmspitzen eine Öffnung meist zu einem Ereignis mit regionaler Bedeutung. Die Deponierung der Kapsel kann vom Kirchenarchivar dokumentiert und die Neuöffnung in 100 Jahren auf Wiedervorlage gelegt werden“. Martin Kürble ist Pastoralreferent von der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen in der katholischen Himmelgeister St. Nikolaus Kirche. „Das Zeitkapsel-Projekt des Freundeskreises der Himmelgeister Kastanie interessiert mich sehr und fasziniert uns. Zudem liegt unsere schöne Kirche im Einzugsbereich der Himmelgeister Kastanie. Das Kirchengewölbe oder der Turm bieten der geplanten Zeitkapsel ein gutes, sicheres zu Hause“, so Martin Kürble.

Der Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie wünscht sich für die Zeitkapsel einen ganz besonderen Inhalt. Kinder und Jugendliche aus Düsseldorfer Grund- und weiterführender Schulen werden aufgefordert, sich mit Kreativprojekten für das Projekt zu beteiligen. „Dabei ist die Vorgabe ganz einfach festgelegt“, so Baumsekretär Vogt. „Wir möchten gern wissen, wie sich Kinder und Jugendliche unsere Natur in 100 Jahren in Düsseldorf vorstellen – und sich wünschen. Wie sehen wir die Funktion von Bäumen in 100 Jahren? Gehen wir achtsamer mit Bäumen um oder sind es lediglich Grünelemente? Gibt es noch die Himmelgeister Kastanie, versehen mit offizieller Postanschrift und eigenem Briefkasten? Werden Orkane wie Kyrill oder Ela häufiger stattfinden? Hat der Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg bis dahin unsere Lebensgewohnheiten komplett verändert? Wenn ja, wie? Hatte die Klimaanpassungsstrategie der Stadt Erfolg? Welche Baumarten gibt es dann noch, nachdem beispielsweise die Kastanien nicht mehr zu den sogenannten Zukunftsbäumen gehören? Was möchten Kinder – und Jugendliche unseren Nachfahren zu diesem Thema mitteilen?“

Der Kreativität der Schüler sind keine Grenzen gesetzt. Filmprojekte, Power-Point-Präsentationen, Comics, Collagen, Romanversionen, Interviews, Fotostorys, Liedtexte, Musikvideos, alles ist möglich. Es findet keine Bewertung der Projekte statt. Die Projekte können bis zum 10. April beim Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie auf einem „Daten-Stick abgegeben werden. Ganz wichtig: Die Projekte sollten auf dem Stick gespeichert und zudem auf einem beigefügten DIN 4 Bogen inklusive Absender beschrieben werden.

Die extra aus Metall gefertigte Zeitkapsel ist 50 cm lang und hat einen Durchmesser von 20 cm. Einfach Andreas Vogt unter 0211 – 748 08 74 oder AVogt@web.de bei Fragen, Informationen, kontaktieren. In der Zeitkapsel werden alle Düsseldorfer Tageszeitungen mit Erscheinungsdatum 25.April deponiert, ebenso eine Dokumentation über das Projekt Himmelgeister Kastanie und Orkan Ela. Die Sticks werden zusätzlich vakuumverschlossen, eingeschweißt.

Alle Projekte werden am weltweiten Tag des Baumes, am 25. April um 15 Uhr im Beisein aller Beteiligten der Öffentlichkeit bei einem Fest an der St. Nikolaus Kirche präsentiert.

Jeder Teilnehmer erhält ein „Zeitkapsel-Zertifikat“. Ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten findet in der Kapsel ebenso seine Heimat.