Zauberhafte Zeiten

Stadtmitte. Heute ist die Premiere des Stücks „Zauberhafte Zeiten“ in der Komödie an der Steinstraße 23. Die Krankenschwester Debbie und der Banker Chris, beide von der Wirtschaftskrise getroffen, sitzen in einem Apartment in New York fest. Debbie hat die Wohnung, in der Chris lebt, von ihrem Onkel geerbt. Durch die Finazkriese hat Debbie ihr Haus und Chris seinen Job verloren. Die beiden einigen sich: Er darf in der Wohnung bleiben und regelt den Haushalt. Das gestaltet sich allerdings schwerer als gedacht. Schließlich musste er als erfolgreicher Banker und Muttersöhnchen bisher nie Hausarbeit erledigen.

Als Zauberer aus der Pleite

Ihre finanzielle Situation scheint hoffnungslos. Da kommt Debbie die zündende Idee: Sie werden als Zauberduo auftreten. Chris, erst alles andere als begeistert , macht mit.Nach harten Proben und durch die Hilfe von Chris’ Mutter und ihrem Briefträger stellen sie eine professionelle Zaubershow auf die Beine.

Ganz nebenbei werden die Zuschauer durch die aufkeimende Liebe zwischen Debbie und Chris verzaubert. Außerdem erwartet sie am Ende des Stücks eine Überraschung: Die Schauspieler zeigen eine zehn-Minütige Zaubershow. „Dafür haben sie sehr lange geübt und hatten professionelle Unterstützung“, berichtet Katrin Schindler, Theaterleiterin der Komödie.

„Wir haben ein tolles Ensemble zusammengestellt“, meint Regisseur Thomas Weber-Schallauer. Thomas Maximilian Held (Chris), Jana Julie Kilka (Debie), Andrea Spatzeck (Ellen, Mutter von Chris) und Martin Armknecht (Postbote) arbeiten das erste Mal zusammen und haben sich von Anfang an gut verstanden. „Wir arbeiten auf einer freundschaftlichen Ebene. Jede Probe schweißt uns mehr zusammen. Dazu habe ich Glück, dass Jana mir bei den Zaubertricks vertraut und mich machen lässt“, meint Held.

Seit dem 20. April laufen die Proben, eine Woche danach begann das Team mit dem Üben an den Zaubertricks. „Das erfordert echt eine Menge Konzentration. Bei den Tricks kann einiges schief gehen“ sagen die Schauspieler. Sie hatten sogar schon einen Unfall. Bei einer der Illusions-Shows steckt Held echte Schwerter und Stäbe in einen Kasten, in dem Kilka sitzt. Zwei Tage vor der ersten Aufführung setzte er ein Schwert falsch und schob es direkt auf Kilkas Nasenbein zu und stoppte 2 Zentimeter vor ihrem Gesicht. „Ich kann mir immer noch nicht erklären, wie das passieren konnte. Es lag wahrscheinlich daran, dass ich die Schwerter in der falschen Reihenfolge benutzt habe“. Das Team ist sich einig, dass die Tricks viel schwieriger sind, als es immer scheint. „Das ist echte Präzisionsarbeit“, sagt Kilka.

Das Stück ist turbulent, romantisch und lustig, obwohl der Hintergrund alles andere als das ist. „Die Charaktere müssen sich mit neuen Lebensumständen auseinandersetzen und sozialwirtschaftliche Kompromisse eingehen“, sagt Held. Die Umstände lassen sich auch nach Deutschland übertragen. Hier sind viele von der Finanzkrise betroffen. „Viele denken ‘Ach uns kann das nicht passieren’, doch wie man an Chris sieht, kann es auch die Erfolgreichsten treffen“, so Weber-Schallauer. Das Stück soll unterhalten, aber auch zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Lampenfieber vor der Premiere

„Thomas hat aus dem Stück noch viel mehr rausgeholt, als es bis jetzt irgendwo anders der Fall ist“, meint Kilka. Trotz der knappen Zeit von vier Wochen, den vielen Verbesserungen und der zusätzlichen Belastung durch die Zaubertricks ist das Stück ein Erfolg geworden. „Am Montag bei der Vor-Aufführung haben die Leute Standing-Ovations gegeben“, berichtet Held. Er ist dankbar für diese Rolle. „Sowas kommt meistens nur einmal im Leben. Die Zusammenarbeit ist super“.

Die Schauspieler freuen sich auf die heutige Primäre und hoffen, dass das Theater immer ausverkauft ist.