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"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe

17.03.2016 | 15:39 Uhr
"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
Auf der Facebook-Seite von "Wonderwaffel" Düsseldorf verkündete die Berliner Zentrale am Dienstag die Schließung.Foto: Robin Kunte

Düsseldorf.  Mitarbeiter der Düsseldorfer Filiale sollen PKK-Führer Öcalan verherrlicht haben. Anwalt der Betreiber: Das war ein "trauriges Missverständnis".

Die Betreiber der Düsseldorfer "Wonderwaffel"-Filiale wehren sich gegen den Vorwurf, die in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK nach dem Terroranschlag in Ankara gefeiert zu haben. Am Montag war ein in der Filiale aufgenommenes Video im Internet aufgetaucht. Darin ist ein politisch umstrittenes Lied zu hören, das Abdullah Öcalan, einen der Führer der in Deutschland verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, hochleben lässt.

Terror
PKK bejubelt?

Die Gastrokette "Wonderwaffel" hat ihre Filiale in Düsseldorf geschlossen. Grund ist ein Internet-Video, auf dem die verbotene PKK bejubelt wird.

Daraufhin hatte die Berliner Zentrale der Gastrokette die Düsseldorfer Franchise-Filiale geschlossen. Am Donnerstag bekannte sich die aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu dem Anschlag, bei dem am vergangenen Sonntag mindestens 37 Menschen ums Leben kamen.

Nun haben sich die Betreiber des Ladens über ihren Anwalt zu Wort gemeldet. "Meine Mandanten verabscheuen Gewalt und distanzieren sich von jeglicher Art von Terrorismus und Fanatismus", sagte Rechtsanwalt Andreas Samoilov unserer Redaktion. Das in dem Video zu hörende Lied habe nichts mit den Anschlägen in Ankara zu tun gehabt.

Beim Aufräumen werde in dem Laden immer Musik gespielt

Samoilov beschreibt die Situation so: Am Sonntagabend wollte das Geschäft gegen 21 Uhr schließen. "Einer der Betreiber und drei Mitarbeiter waren in der Filiale und haben aufgeräumt. Dabei wird immer Musik gespielt."

Auf Youtube sei dabei dann auch ein kurzer Ausschnitt des Öcalan-Liedes abgespielt worden. Allerdings habe es sich dabei laut Samoilov um ein satirisches Video gehandelt. Es zeige den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einem Mikrofon, über das eine Tonspur des Liedes gelegt wurde. Ein solches Video findet man auf Youtube tatsächlich. "Von dem Anschlag in Ankara wussten meine Mandaten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, weil während der Arbeit ein Handyverbot herrscht", sagt Samoilov.

Betreiber wollen die Filiale wieder eröffnen

Gemacht worden sei die Aufnahme aus der Filiale von den letzten Gästen an dem Abend. Die Betreiber hätten laut ihrem Anwalt zugegeben, dass es sich um ein „sehr nachlässiges Verhalten, was zu einem traurigen Missverständnis geführt hat“, gehandelt habe. "Dafür möchten sie sich bei allen Menschen entschuldigen, die Opfer von Terrorismus geworden sind."

Die Reaktionen der "Wonderwaffel"-Zentrale, die Filiale sofort zu schließen und ihnen die Lizenz zu entziehen, halten die Düsseldorfer Betreiber für überzogen. Sie möchten die Filiale gerne wieder eröffnen. Dann sollen alle Einnahmen vom ersten Wochenende an die Angehörigen der Opfer von Ankara gespendet werden. In den nächsten Tagen gibt es laut Samoilov Gespräche mit der Geschäftsführung der Zentrale. Gegenüber unserer Redaktion wollte sich die Berliner Geschäftsführung von "Wonderwaffel" nicht zum aktuellen Stand äußern.

Filiale eröffnete Ende März mit einem neuen Team

Update: Am 30. März eröffnete die Filiale in Düsseldorf wieder. Auf seiner Facebook-Seite teilte das Unternehmen mit, dass der Franchise in der Landeshauptstadt von einem neuen Team geleitet wird.

Robin Kunte

Kommentare
18.03.2016
08:37
"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
von Chewbacca81 | #3

Unterbemittelt, was manche hier schreiben. Mein Gott so früh am morgen! Unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der...
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2 Antworten
"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
von haralemm | #3-1

Sie können jeden Vertrag kündigen, wenn Sie nachvollziehbare und aus den Vertragsinhalten ableitbare Gründe anbringen und dabei den Rechtsweg einer ordentlichen Kündigung einhalten - was hier aber nicht der Fall war. Das scheint aber nicht Ihr Ziel zu sein, wenn Sie noch nicht einmal in der Lage sind, Ihre persönlichen (im Übrigen rein rechtlich falschen) Auffassungen von Meinungsfreiheit vom Geschäftlichen zu trennen. Ein solches Geschäftsgebahren ist mehr als unseriös.

"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
von Tom42 | #3-2

Der Betreiber kann ja klagen, wenn es nicht formgerecht abgelaufen ist. Das Recht steht ihm ja zu. Ich kann das Verhalten der Zentrale nachvollziehen, d.h. aber natürlich nicht, dass sie sich tatsächlich an alle Formalien gehalten haben.

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"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
"Wonderwaffel"-Betreiber wehren sich gegen PKK-Vorwürfe
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http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/wonderwaffel-betreiber-wehren-sich-gegen-pkk-vorwuerfe-id11660742.html
2016-03-17 15:39
Wonderwaffel, Düsseldorf, PKK, Betreiber, Vorwürfe
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