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"Wir kämpfen weiter!"

27.05.2009 | 13:36 Uhr
"Wir kämpfen weiter!"

Nach dem Verbot der Inbetriebnahme der Bayer-Pipeline gibt's viele Reaktionen aus Erkrath.

Die gerichtliche Schlappe für Bayer, wonach die Kohlenmonoxid-Pipeline nicht vorzeitig in Betrieb gehen darf (NRZ und www.derwesten.de berichteten) hat in Erkrath zu zahlreichen Reaktionen geführt. „Wir sind sehr erfreut darüber, dass es noch Gerechtigkeit gibt”, sagte Wolfgang Cüppers von der „Interessengemeinschaft Erkrath”. „Dieser Beschluss ist eine Ohrfeige für den Regierungspräsidenten Büssow und sein Gefolge. Bayer sollte langsam erkennen, dass es immer noch die Möglichkeit eines ehrenvollen Rückzuges gibt. Vielleicht hat der Bürger dann ja wieder etwas Achtung vor Bayer!” Cüppers kündigte an, auch nach diesem Teilerfolg weiter „gegen die menschenverachtende CO-Giftgas-Pipeline” zu kämpfen.

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"Nicht ernst genommen!"

Kreisvorsitzende der SPD kritisiert Bayer

Die SPD-Kreisvorsitzende Kerstin Griese begrüßt den Gerichtsentscheid zur CO-Pipeline. „Die Sorgen der Menschen müssen ernst genommen werden. Man kann so ein Projekt nicht im Eilverfahren durchdrücken", kritisiert Griese die Bayer AG. Sie weist darauf hin, dass der SPD-Kreisverband grundsätzlich Zweifel an der Inbetriebnahme der Pipeline übe. „Aus unserer Sicht ist das Projekt äußerst fragwürdig. Auf die berechtigten Sicherheitsbedenken wurde viel zu spät eingegangen", betont die Vorsitzende der SPD im Kreis Mettmann.

Besonders verwundert ist die Bundestags-Abgeordnete, dass die Bayer AG die Sicherheitslage in den letzten Monaten auch noch verschlechtert hat, statt sie zu verbessern. So sei an verschiedenen Stellen die Rohrwandstärken reduziert worden und ein oberflächennahes Warnband weggefallen. „Da fühlen sich die Menschen durch die Firma Bayer nicht besonders ernst genommen. Ich kann deren Verärgerung gut verstehen“, so Kerstin Griese.

Für die CDU–Fraktion im Stadtrat forderte Vorsitzender Wolfgang Jöbges Bayer erneut auf, auf die Inbetriebnahme der Pipeline endgültig zu verzichten und „die berechtigten Sorgen und Nöte zehntausender Bürger endlich ernst zu nehmen”. Den Gerichtbeschluss habe die CDU mit „Genugtuung” aufgenommen.

Auch die Erkrather Grünen begrüßen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. „Damit wurde der Arroganz von Bayer erst einmal ein Riegel vorgeschoben. Mit Macht wollte Bayer die Pipeline gegen den Willen einer ganzen Region durchdrücken”, so Grünen-Vorsitzender Peter Knitsch. „Wir fühlen uns bestätigt, dass die CO-Pipeline nicht mit dem Allgemeinwohl verträglich ist und ein Katastrophenfall nicht beherrschbar wäre. Die Landesregierung täte gut daran, sich endlich für die Menschen einzusetzen und nicht für rein privatwirtschaftliche Interessen von Bayer!” Knitsch forderte Landesregierung und Bayer auf, nicht weiter Zeit zu verspielen und endlich von dem Pipeline-Projekt Abstand zu nehmen.

Für Detlef Ehlert, Fraktions-Chef der SPD und Bürgermeister-Kandidat, stellt erstmalig auch das Verwaltungsgericht in Düsseldorf Menschenleben über die wirtschaftlichen Interessen eines Chemie-Großkonzerns. „Dieser Erfolg bestätigt die bisherigen Anstrengungen der Bürgerinitiative und von über hunderttausend Bürgern, die mit ihrer Unterschrift gegen die Leitung protestieren”, so Ehlert. „Das Gericht hat in seltener Eindeutigkeit klar gemacht, dass die „Nachbesserungsversuche” an den Planfeststellungsbeschlüssen durch Bezirks- und Landesregierung die Sicherheitslage deutlich verschlechtert haben.

Udo Kutsche aus Erkrath, Personalrats-Vorsitzender bei der Kreispolizeibehörde und Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft im Kreis Mettmann, hatte Verständnis dafür, dass Landrat Thomas Hendele wegen der aktuellen Pipeline-Entwicklung seinen angekündigten Besuch bei der Gewerkschaftsversammlung kurzfristig absagen musste. „Jede Maßnahme, die hilft, diese todbringende CO-Pipeline auf Dauer zu verhindern, kann unserer gemeinsamen Sache nur förderlich sein”, so Kutsche.

Götz MIDDELDORF

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Kommentare
28.05.2009
18:59
Wir kämpfen weiter!
von G. Fengler | #4

Ich verstehe das Bedürfnis, sich schamhaft hinter einem Pseudonym zu verstecken, wenn man so argumentiert wie #1 unbekannt. Denn nach der gleichen Logik könnte man ja auch rechtfertigen, dass die Hauseingänge künftig mit Selbstschüssen gepflastert werden sollten, um Arbeitsplätze in der Munitionsindustrie zu sichern. Bewußt überspitzt, aber im Kern vergleichbar: in der Güterabwägung Arbeitsplätze gegen Gefahr für Menschenleben. Ich würde gern einmal wissen, wer von all denen, die sich für die Pipeline aussprechen, in welcher Entfernung zu dieser selbst residiert. Und, #1 unbekannt?

28.05.2009
12:00
Wir kämpfen weiter!
von durahm | #3

Im Gegentgeil die CO-Pipeline zerstört die Arbeitsplätze der Leute die bisher in der CO-Produktion arbeiten. Bei einer CO-Pipeline sind diese Mitarbeiter nicht mehr erforderlich.

Bei einer Rendite von 21 % vom Umsatz droht der Vorstandsvorsitzende Wenning mit Arbeitsplatzverlusten. Es waren ja auch nur 25 % Rendite angestrebt.

Die Erpressung von Arbeitsplatzverlusten ist einebeliebte Drohgebärde, aber auch ein Zeichen der Hilfslosigkeit/Unfähigkeit des Managments.

28.05.2009
11:37
Wir kämpfen weiter!
von Torsten B. | #2

Richtig, das ist völlig unerheblich solange die Gesundheit vieler Menschen auf dem Spiel steht! Was ist das überhaupt für eine zynische Einstellung, Hauptsache mein Job ist gesichert, wenn andere dabei drauf gehen ist das nicht mein Problem?

28.05.2009
11:19
Wir kämpfen weiter!
von unbekannt | #1

Wo bleibt den die Gerechtigkeit für die Menschen die bei Bayer beschäftigt sind. Wer von der Bürgerinitative interessiert sich den für die Sorgen und Nöte der Familien, die an dem Konzern Bayer hängen. Wenn die CO-Pipeline nicht in Betrieb genommen werden kann, ist der Standort Krefeld und die damit verbundenen Arbeitspätze in Gefahr. Das hier tausende Existenzen und Familien bedroht sind, ist anscheinend unerheblich.

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