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"Wir heben nicht nur den Zeigefinger"

04.05.2007 | 21:12 Uhr

JUGENDSCHUTZ. Die Stadt sieht sich im Kampf gegen exzessives Trinken unter Jugendlichen bestens gerüstet.

Was den Umgang mit Alkohol betrifft, so ist Düsseldorfs Jugend nicht tugendhafter als anderswo. "Auch bei uns wird lockerer damit umgegangen als noch vor 30 Jahren. Kinder und Jugendliche trinken zwar, wie unser Drogenbericht zeigt, insgesamt weniger, aber einzelne viel zu viel", weiß Ordnungsdezernent Werner Leonhardt und bestätigt damit den aktuellen Trend im Bund (die NRZ berichtete). Doch trotz des Kneipen-Eldorados Altstadt und einer dichten Disko-Szene in der Stadt ist Leonhardt überzeugt: "Wir brauchen keine immer neuen Gesetze. Wir kommen sehr gut mit den bestehenden aus. Wir müssen sie nur gegenüber den Gewerbetreibenden als auch gegenüber den Kindern und Jugendlichen beachten und anwenden. Und das tun wir. Wir sehen uns präventiv und repressiv so gut aufgestellt wie keine andere deutsche Stadt."

Die enge Verzahnung von Jugend - und Ordnungsdienst ist nach Ansicht des Beigeordneten eine der Ursachen dafür, dass "wir von Flatrate-Partys verschont geblieben sind. Sollte uns aber ein Wirt bekannt werden, der sich nicht an die Jugendschutzbestimmungen hält und zum Koma-Saufen animiert, so bekommt der einen netten Brief von uns. Darin wird er aufgefordert, seine Konzeption im Umgang mit Alkolhol zu erläutern und darzulegen, wie er sein Personal schult. Die ultima ratio ist der Entzug der Konzession."

Außerdem verweist Leonhardt auf das sechsköpfige DJ-Team (Düsseldorfer Jugendschutz-Team), das rund um die Uhr im Einsatz ist. "Sieht es einen angetrunkenen Jugendlichen, dann nimmt es Kontakt auf mit dem Jugendamt, das sich mit dem Jugendlichen und den Eltern in Verbindung setzt. Wir heben nicht nur mal so den Zeigefinger."

BIRGIT KLAUSMANN

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