Winter Game ist für DEG-Fans ein Feiertag auf dem Eis

Zuversicht auf den Rängen der Düsseldorfer Esprit Arena: Ein DEG-Fan in Siegerpose.
Zuversicht auf den Rängen der Düsseldorfer Esprit Arena: Ein DEG-Fan in Siegerpose.
Foto: DEL Wintergame/City-Press
Was wir bereits wissen
Das zweite DEL-Winter-Game in der Arena in Düsseldorf war eine Riesenparty, der 3:2-Sieg der DEG gegen die Kölner Haie das Sahnehäubchen.

Düsseldorf.. Am Ende spielt nur das Wetter nicht mit. Regen, stürmischer Wind, 13 Grad – man kann sich bessere Bedingungen für ein Eishockey-Ligaspiel vorstellen. Na gut, dann eben nicht, denken sich die Winter-Game-Organisatoren kurz vor Spielbeginn am Samstagnachmittag. Bleibt der Deckel halt drauf auf der Esprit Arena. Den Zuschauerrekord gibt’s schließlich auch so. 51 125 Fans sind zur zweiten Auflage des DEL-Winter-Games nach Düsseldorf gekommen – so viele wie nie zuvor bei einem europäischen Ligaspiel. Und was werden sie dort zu sehen bekommen? Einen Sieg der Heimmannschaft. Dass der nicht auch noch an der frischen Luft gelingt – geschenkt.

Helga Dirnberger findet Halle ohnehin besser. Die Düsseldorferin ist eingefleischter DEG-Fan. Seit 1971, um genau zu sein. „Und seit 77 im Fanclub“, sagt sie und hebt den Zeigefinger. Das Spektakel Winter Game ist für sie auch deshalb etwas Besonderes, weil sie sonst kaum zum Eishockey-Gucken kommt. Obwohl sie bei jedem Heimspiel ihrer DEG dabei ist. „Im Dome mache ich den Fanartikelverkauf. Da kann man sich nie so gut aufs Spiel konzentrieren. Deshalb genieße ich das heute doppelt“, sagt Helga. Für den besonderen Anlass hat sie sich besonders in Schale geschmissen: Ihr allererstes Trikot hat sie an, dazu „einen gaaanz alten Schal“, geschätzter Jahrgang 1973. „Ich dachte mir, wenn es heute schon ein Nostalgiespiel gibt, dann komm’ ich auch in Nostalgieklamotten.“

Winter Game bringt Familien zusammen

Beim Spiel der DEG- und Haie-Altstars im Vorfeld des rheinischen Derbys sorgte das Heimteam schon mal für ein gutes Omen. 3:1 hieß es am Ende für die Düsseldorfer. Und wie sieht’s für das richtige Spiel aus, Helga? „Ich tippe 3:2 für uns“, sagt sie. Hellsehen kann sie also auch, hat diese nützliche Eigenschaft aber nicht exklusiv.

Winter Game „3:2“, sagt auch Gabriele von Hof so überzeugt, als wäre dieser Endstand in den DEL-Statuten vorgeschrieben. Dabei ist der Ausgang des Spiels für sie eigentlich nur Nebensache: „Für uns ist das hier heute eine Familienzusammenführung.“ 2001 kamen sie und ihr Mann nach Düsseldorf, die Kinder blieben in Erfurt. Wie so viele andere sind die nun extra für das Winter Game an den Rhein gereist – und halten an diesem Tag auch als Fans der Black Dragons Erfurt ausnahmsweise mal zur DEG. Solidarität mit den Eltern im Westen.

Völkerverständigung zwischen Rheinmetropolen

So weit ist Dennis Müller nicht. Zwar schreitet der junge Mann einträchtig neben DEG-Fan Susanne König in Richtung Tribüne, der bissige Hai auf seinem Trikot lässt jedoch schon ahnen, dass die Freundschaft für die nächsten rund zweieinhalb Stunden ruhen wird. Wie kommt es zu dieser Freundschaft über Rheinufer hinweg? „Wir kennen uns vom Skaterhockey aus Kaarst. Neutrales Gebiet also.“ Dass Dennis zum Winter Game den Rhein denn doch mal überqueren musste, nimmt er gelassen: „Das Event ist schon cool gemacht. Das muss man zugeben.“ Man muss halt och jönne könne.