„Willste Kohle verdienen?“
23.01.2012 | 18:22 Uhr 2012-01-23T18:22:00+0100
Düsseldorf.Zum ersten Mal trafen sie gestern vor Gericht aufeinander: Der mutmaßliche Auftraggeber des Doppelmords in Hassels, Detlef W., inzwischen 58, und Johannes K., der bereits für die Ermordung des 82-Jährigen und seiner Tochter (39) zu lebenslanger Haft verurteilt ist. Sie würdigten sich keines Blickes. Und Johannes K. wiederholte seine Aussage, die Detlef W. schwer belastet.
Während Johannes K. erneut die kaltblütige Tat schilderte, hörte der Angeklagte zu, stützte mal das Gesicht in die Hände, machte sich mal Notizen, reichte Zettel an seine Verteidiger.
Der Zeuge berichtete, Detlef W. habe ihn bei einer Zufallsbegegnung in einer Bäckerei wenige Tage vor der Tat angeheuert: „Willste Kohle verdienen?“, habe W. gefragt. Erst vor dem Haus in Düsseldorf habe er Genaueres erfahren, Pistole und Paket bekommen. Auf einem Foto habe W. ihm die Familie gezeigt und erklärt: „Die beiden lassen die alte Frau verkommen.“ Darum müssten sie sterben.
Johannes K. will nach einem ersten Anlauf umgekehrt sein, gesagt haben: „Das ist Wahnsinn, das mache ich nicht.“ Doch Drohungen gegen seine Brüder hätten ihn dazu gebracht, es doch zu tun. „Ich bin dann in die Wohnung und habe die beiden erschossen.“
Er schilderte erneut, wie sich Vater und Tochter fesseln und knebeln mussten. Dass sie sich umdrehen sollten, damit er ihr Gesicht nicht sah. Und dass er bei der Tochter erst daneben schoss, weil er nicht genau hinschaute. Zurück bei seinem Auftraggeber habe er gesagt: „Ich muss gleich kotzen.“ Und W. habe erklärt: „Das ist normal beim ersten Mal.“ Der Prozess geht weiter.
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