Wie rechts ist die AfD Düsseldorf?

Mit der neu gewählten AfD-Vorsitzenden Frauke Petry haben die Düsseldorfer AfD’ler kein Problem: Es gab nur einen Partei-Austritt in der Landeshauptstadt.
Mit der neu gewählten AfD-Vorsitzenden Frauke Petry haben die Düsseldorfer AfD’ler kein Problem: Es gab nur einen Partei-Austritt in der Landeshauptstadt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Einen Rechtsruck bei der AfD sehen hochrangige Vertreter des Düsseldorfer Ablegers der Partei nicht. Ein Kommentar von Götz Middeldorf (NRZ Düsseldorf)

Nein, einen Rechtsruck bei der AfD sehen hochrangige Vertreter des Düsseldorfer Ablegers dieser mindestens als „rechts-konservativ“ geltenden Partei nicht. Beobachter des Essener Parteitages vom vergangenen Wochenende sehen dies ganz anders. Während Parteigründer Lucke unter anderem wegen islamfeindlicher Äußerungen und Pegida-Nähe die AfD verlassen hat, sagt beispielsweise Wolfgang Osinski, Beisitzer im Vorstand der Orstpartei: „Das Wichtigste ist, dass die Grundsätze, nach denen die Partei gegründet wurde, weiterhin gelten.“ Und: „Toleranz ist das oberste Gebot.“

Das scheint längst nicht alle AfD’ler zu interessieren: Lucke wurde während seiner Rede beim Parteitag niedergebuht und beschimpft. Und der Düsseldorfer AfD-Mann hält ausgerechnet AfD-Frau Beatrix von Storch für eine „integere Persönlichkeit“. Eine Politikerin, die mit ihrer Meinung zu Frauen, Familie und Homosexualität sogar in der AfD umstritten ist.

Wohl blind auf dem rechten Auge

Doch einige Personen in der Düsseldorfer AfD sind offenbar auf dem rechten Auge blind. Auch Ratsherr Nic Peter Vogel, der „keinen eindeutigen Rechtsruck“ feststellt und den neuen Bundesvorstand für einen „guten Mix aus Konservativen und Liberalen“ hält.

Diese Aussagen belegen, dass die Düsseldorfer AfD den Kurs ihrer neuen Bundes-Chefin Frauke Petry mitträgt, ihn offenbar sogar begrüßt und ihr der Parteigründer Lucke wohl viel zu lasch gewesen ist.

Zumindest interessant ist da, welche Kontakte einige AfD’ler in die Düsseldorfer Gesellschaft hinein pflegen: Osinski und seine PR-Firma sind als offizieller Pressekontakt auf der Internetseite www.rheinkirmes-duesseldorf.de des alt-ehrwürdigen St. Sebastianus Schützenvereins angegeben. Da schießen schnell Vorurteile in den Kopf, wonach seine politischen Ansichten mit denen der als konservativ geltenden Schützen durchaus übereinstimmen.

Der AfD-Mann bei CenterTV

Interessant: Der AfD-Mann ist Moderator von „Alt ohne Filter – der Stammtisch-Talk“ beim Lokal-Fernsehen CenterTV. Zur Stammtisch-Besatzung gehört neben dem Baas der Düsseldorfer Jonges, die immer noch keine Frauen aufnehmen, auch Lothar Inden, 1. Chef der St. Sebastianus Schützen...

Aber irgendwie passt das mit dem Namens-Zusatz „Stammtisch-Talk“: Denn Stammtisch-Niveau haben ja auch die politischen Thesen, für die neuerdings die AfD steht. Aus journalistischer Sicht allerdings ist es fragwürdig, ausgerechnet das Vorstandsmitglied einer nun noch mehr als rechts-konservativ geltenden Partei als Fernseh-Moderator zu beschäftigten.