Wie Düsseldorfer Künstler Freundschaft zu Russland stärken

Der Monheimer Autor, Regisseur und Mitorganisator des Austauschs Leo Litz kommt gebürtig aus St. Petersburg. Er übersetzte die Texte der Düsseldorfer Künstler ins Russische.
Der Monheimer Autor, Regisseur und Mitorganisator des Austauschs Leo Litz kommt gebürtig aus St. Petersburg. Er übersetzte die Texte der Düsseldorfer Künstler ins Russische.
Foto: Judith Michaelis
Was wir bereits wissen
Neun Düsseldorfer Autoren lesen im Juli in Russland. Sie wollen so für mehr Miteinander sorgen – und Autoren für einen Gegenbesuch gewinnen.

Düsseldorf..  Schranken zwischen Menschen einreißen, Fremden die Hand reichen, „das sind meine Herzbegehren“, sagt die Düsseldorfer Autorin Elke Seifert und lässt den Worten Taten folgen: Ihren Salon in Garath öffnet sie ohnehin schon regelmäßig für internationale Künstler, jetzt zieht es sie selbst in die Ferne – vom 12. bis 22. Juli fährt Seifert anlässlich des Russischen Literaturjahres gemeinsam mit acht anderen Schriftstellern nach St. Petersburg. Mit im Gepäck: Ihre Texte und Lieder, vom Monheimer Künstler Leo Litz ins Russische übersetzt.

„Die Idee dahinter ist, dass wir mit kleinen Schritten aufeinander zu dazu beitragen, dass wir uns alle wieder näherkommen“, sagt Seifert: „Ich habe keine Ahnung, was die Politik da oben tut, aber wir hier unten, wir wollen alle nur in Frieden leben und deshalb muss man irgendwo damit anfangen.“ Nach dem Motto: Nicht nur lamentieren, einfach mal machen.

Spenden sind willkommen

Drei Auftritte hat die Künstlergruppe in St. Petersburg auf Einladung des Deutsch-Russischen Begegnungszentrums. „Ziel ist es, nicht nur unseren Brüdern und Schwestern die Hand zu reichen in diesen geschichtsträchtigen Zeiten, sondern auch ein paar russische Autoren zu gewinnen, die uns im November einen Gegenbesuch abstatten“, sagt Seifert.

Sie hofft, dass sie zumindest drei Künstler dafür begeistern kann, denn eine Unterkunft könnte sie ihnen bei sich zu Hause zwar frei zur Verfügung stellen, die Reisekosten müssten die russischen Autoren aber selbst tragen. Auch die Reise nach Russland zahlen die Düsseldorfer Künstler aus eigener Tasche. „Die Suche nach Unterstützern ist leider schwierig“, sagt Seifert. Dabei sei die Vision doch klar: „Wir nennen es Kultur von unten und wollen eine feste Basis für Frieden, Freundschaft und kollegialem Miteinander schaffen.“

Partnerschaft mit St. Petersburger Uni

Mut macht der Vorsitzenden des Westdeutschen Autorenverbands, dass bereits eine Partnerschaft mit der Herzen-Universität in St. Petersburg besteht. Bei ihrer ersten Reise in die westrussische Stadt vor vier Jahren kamen Vertreter des Fachbereichs Deutsche Literatur auf sie zu, man blieb in Kontakt, inzwischen gehört eine Anthologie des Autorenverbands zum Lehrprogramm der St. Petersburger Uni. „Es wäre doch schade, wenn diese Partnerschaft nur eine Trophäe im Schrank bliebe“, sagt Seifert: „Ich möchte daraus gerne etwas Sinnvolles machen.“

Russische Künstler zum Austausch in die Landeshauptstadt holen zum Beispiel. Die passenden Räumlichkeiten sind jedenfalls schon gefunden: Am 2. November im Bürgerhaus Bilk sowie an weiteren Terminen in der Bibliothek in Monheim und in Seiferts eigenem ElkeS-Art Salon in Garath.