"Wie das tägliche Brot"
08.10.2008 | 19:31 Uhr 2008-10-08T19:31:04+0200FREIZEIT. Niemand ist länger im Kirchenchor "Cäcilia" aktiv als Karl Leven (72): Er ist seit 60 Jahren Mitglied und freut sich auf das Konzert zum 135-jährigen Bestehen des Chors an St. Jacobus.
HILDEN. Karl Leven (72) kann nicht ohne: "Das Singen brauche ich wie das tägliche Brot." Seit 60 Jahren bereichert er St. Jacobus mit seiner Stimme. Niemand ist länger im katholischen Kirchenchor "Cäcilia" aktiv. Und wenn der älteste Kirchenchor Hildens am Samstag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, zu seinem 135-jährigen Bestehen ein Konzert in St. Jacobus an der Mühlenstraße gibt, ist der 72-Jährige als erster Tenor wieder mit großer Begeisterung dabei.
Die Leidenschaft fürs Singen liegt in der Familie. "Mein Vater war im Chor, mein Onkel auch", sagt Karl Leven. Angefangen hat für ihn alles vor rund sechs Jahrzehnten im Knabenchor unter Paul Henseler, Chorleiter an St. Jacobus bis 1978.
Eine neue Ära mit Paul Henseler
"Wir waren insgesamt 30 Jungen. Geprobt wurde im Gesellenhaus, dem heutigen Kolpinghaus", erzählt Karl Leven. "Paul Henseler hat meine Begeisterung fürs Singen vollends geweckt und mich auch hinsichtlich der Stimmausbildung geprägt." Mit Erfolg. Bei der Orgelsolomesse von Joseph Haydn hat Karl Leven einen seiner vielen Solo-Auftritte. "Das war damals Ostern 1948. Die Messe wurde vom Fernsehen übertragen."
Mit seinem Förderer Paul Henseler begann gleichzeitig eine neue Ära für den Kirchenchor. Gegründet Anfang November 1873 als achtköpfiger "Männergesangverein Liedertafel zu Hilden" mit dem Leiter Max Koch, sorgte Henseler mit seinem Dienstantritt am 1. Oktober 1946 dafür, dass mit dem katholischen Damenchor sofort eine neue Messe einstudiert wurde. Am 4. Oktober 1947 folgte dann die endgültige Verschmelzung des Damen- mit dem Kirchenchor. Der damals neue Name hat bis heute Bestand: "Kirchenchor Cäcilia an St. Jacobus Hilden".
Zwölf Chorleiter gab es in den vergangenen 135 Jahren. Seit September 2004 hat Carlos A. Reigadas die musikalische Verantwortung für den Chor. Nachdem Anfang Mai 2008 bereits eine fünftägige Rom-Fahrt mit Gesangsauftritten in den Katakomben unter dem Peters-dom ein absoluter Höhepunkt war, richtet sich nun die ganze Konzentration auf das Konzert am 18. Oktober.
Zum 150. Geburtstag von Puccini führt der Chor die "Messa di Gloria" auf - darüber hinaus auch Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy ("Wie der Hirsch schreit", Psalm 42) und Max Bruch ("Kol Nidrei"). Unterstützt wird der Chor von einem großen Orchester und dem Kirchenchor St. Joseph aus Solingen-Ohligs.
Darüber hinaus treten vier Solisten auf - neben Reigadas die Sopranistin Anja Paulus aus Wuppertal, Thilo Dahlmann, 1975 in Zell/Mosel geboren, und Mario Trelles Diaz, gebürtig aus Gelsenkirchen. Am Samstag, 8. November, 19 Uhr, gibt es dann in St. Joseph in Solingen-Ohligs ein weiteres Konzert.
Schlusswort Karl Leven: "Wir singen zu Ehren Gottes und zur Erbauung der Gläubigen. Und so lange das so ist, bleibe ich dabei."
Der Konzerteintritt beträgt zwölf, ermäßigt acht Euro. Kinder bis 14 Jahren müssen nichts zahlen. Karten gibt es in der Ticketzentrale in der Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz 3, im Pfarrbüro, Mühlenstraße 16, bei den Chormitgliedern und an der Abendkasse.
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