WhatsApp-Funktion führt Feuerwehr Düsseldorf zu Verletztem

Foto: imago/Rüdiger Wölk
Was wir bereits wissen
Ein Handwerker, der von einer Leiter gestürzt war, hat in Düsseldorf auf ungewöhnliche Weise die Feuerwehr zu sich gelotst - per WhatsApp.

Düsseldorf.. Ohne sein Smartphone hätte er wohl eineinhalb Tage auf Hilfe warten müssen: Ganz alleine war ein Maler am Samstag Vormittag in einer Arztpraxis in Düsseldorf-Grafenberg. Er sollte dort Räume renovieren. Dabei stürzte er von der Leiter. Das führte zu einer ungewöhnlichen Rettungsaktion, für die die Feuerwehr Düsseldorf via Facebook einiges an Lob erhält.

Der 47-jährige Handwerker hatte durch den Sturz so starke Schmerzen, dass er am Boden lag und sich nicht mehr bewegen konnte, schilderte ein Feuerwehrsprecher den Fall. Immerhin war der Maler nicht bewusstlos und konnte so per Smartphone die Feuerwehr anrufen. Allerdings war er nicht in der Lage am Telefon genau zu sagen, in welchem Gebäude er war.

Telefonbuch oder Smartphone-App?

"Er wusste nur den Namen der Praxis und dass sie sich auf der Simrockstraße befindet", teilte die Feuerwehr mit. In der Leitstelle wurden daraufhin sofort mehrere Retter auf den Weg geschickt - jedoch ohne konkretes Ziel. Dabei aber half schließlich das Smartphone des Verletzten und die Tatsache, dass er den Kurznachrichtendienst WhatsApp nutzt: Der Verletzte sendete seinen Standort mit einer WhatsApp-Funktion an eine Rufnummer der Feuerwehr-Leitstelle. "Eine weitere Suche im Internet bestätigte dann die von WhatsApp gelieferten Standortdaten - ein Volltreffer!", freut man sich bei der Feuerwehr Düsseldorf.

Datenschutz "Gute Arbeit", "Danke an die Feuerwehr", "Guter Job vom Disponenten": Das Echo auf der Facebookseite der Düsseldorfer Feuerwehr bot viel Positives, jedoch auch Kritik: Ein Nutzer befand die Veröffentlichung der Nachricht als "peinlich. Da hilft jedes Telefonbuch". Bei der Feuerwehr weist man das zurück: "Diesem recht einfachen Lösungsansatz sind unsere Disponenten selbstverständlich nachgegangen", antwortete ein Sprecher. Im Falle des Malers jedoch sei die Standort-Bestimmung per WhatsApp das probate Mittel gewesen.

Der nicht unumstrittene Kurznachrichtendienst WhatsApp ist nicht die einzige App, auf die man im Fall des Falles bei der Feuerwehr setze, heißt es: "Zur Zeit kann unsere Leitstelle bei möglicher Mithilfe eines Anrufers auch über Threema eine Ortung durch den Nutzer anfordern". (dae/WE)