Wettkampf mit Jux und Dollerei

Niederkassel..  Sie konnten es kaum erwarten. Denn bevor auch nur die Spitze des närrischen Umzugs von der schwankenden Tribüne (ausrangierter Rübenwagen) der Ehrengäste aus zu sehen war, schunkelten sich Prinz Christian und Venetia Claudia schon mal in Stimmung. „Meine Heimat, meine, Familie, mein Verein“, erklärte Venetia Claudia ihren frühen Auftritt, während ihr Prinz schon mal zur Probe die Strecke testete – natürlich in Klotsche, wie es sich gehört. Doch Geduld war gefragt, denn die Kinder eröffneten nach dem Umzug das Tonnenrennen. Kinderbauer Louis trat gegen seine Bäuerin Flavia an, die tapfer in Holzschuhen über die Strecke lief, während Louis fix die Holzschuhe abgestreift hatte und in Socken an die Spitze hechtete. „Er hat gefuscht“, schrie Moderator Werner Hausen. Nicht nur er, wie sich herausstellte, denn auch Prinz Christian verzichtete auf die derben Füßlinge. Trotzdem hatte Tonnenbauer Thomas die Nase vorn, nahm aber Rücksicht auf den eleganten Düsseldorfer Prinz. Pure Harmonie herrschte auch zwischen Tonnenbäuerin Britta und Venetia Claudia. Beide tänzelten geradezu über die Strecke, um immer wieder einen „Boxenstopp“, einzulegen und dem Volk zuzuprosten. Und dann wurde es noch einmal spannend: OB Thomas Geisel tauchte mit seiner Frau Vera als „Papageno“ auf. Klar, dass er gestern „zum guten Schluss seiner Stippvisite durch den Karneval“ an den Start musste. „Ich bin fit Und sportlich“, sagte er und trat tapfer gegen den Tonnenbauern an, der ihn natürlich nicht überrundete, „weil er ja mein Chef ist“ (Stadtverwaltung). Die völlig überraschte Vera Geisel zögerte ebenfalls nicht, schnappte sich eine Karre und bugsierte sie sogar selbst in die richtige Position. „Hop, hopp mit Galopp“, ermunterte das Volk, und Vera tat ihr Bestes. So kamen beide einträchtig ins Ziel.

Das Tonnenrennen war auch diesmal Höhepunkt des Straßenkarnevals, der mit dem „Veedelzoch“ begann. 800 Engelchen, Teufelchen, Prinzessinnen, Zwerge, Krabben, Fische, ja sogar „jecke Blootwöösche“ (Blutwürste) hatten sich hinter den närrischen Polizisten Karl-Heinz Falenski geschart.