Das aktuelle Wetter Düsseldorf 17°C
Rheinbahn

Wer stellt die Weiche für den Steinberg?

20.06.2011 | 07:00 Uhr
Wer stellt die Weiche für den Steinberg?
Mit einem Tag der offenen Tür verabschiedetn sich Linie D und die Rheinbahn am Sonntag vom alten Depot Steinberg. Foto: Kai Kitschenberg/ WAZ FotoPool

Düsseldorf. Großer Bahnhof für den Steinberg: Rund 6000 Straßenbahnfans pilgerten gestern zum 103 Jahre alten Betriebshof.

Einmal noch bimmelten die großen und kleinen Kinder, was die Alarmglocken hergaben. Sie läuteten mit leisem Wehmut den Abschied ein. Hier ist der Zug der Zeit längst abfahren.

Die Zeit-Züge der Straßenbahn sortierten sich brav nebeneinander auf: Vom hölzernen Kasten auf Schienen, einem Modell aus der Kaiserzeit mit der Zugnummer 583 bis hin zum modernen Niederflur-Silberpfeil. Für Kinder gab es eine Mini-Straßenbahn, für die Kundschaft spendierte die Rheinbahn Freifahrten zum Hauptbahnhof.

Überhaupt, das Publikum ist schon mit Wenigem zufrieden. Trainspotter sind glücklich mit einem Histörchen, Bier und Bratwurst und dem Digitalfoto der gelben Bahn „2813, die fehlt mir nämlich noch in Bewegung!“ Der das ruft, sprintet in einem Tempo los, das ihm kein Umstehender jemals zugetraut hätte.

„Heute geht hier etwas zu Ende – aber vielleicht ist das gleichzeitig auch der Startschuss für etwas Neues“, machte Hans Männel sich und den etwa 100 Mitgliedern des Vereins „Linie D“ Mut. Der Verein will das alte Straßenbahndepot auf ein neues Gleis heben. „Museum“ scheint dafür ein Unwort geworden zu sein. Deshalb wurden Unterschriften gesammelt für ein Mobilitätszentrum.

Das soll alte Straßenbahnen ankoppeln an die Zukunft der Elektromobilität. Werkstatt plus Eventlocation. Männel sagt: „Dafür haben wir hier am Steinberg die letzte Chance in Düsseldorf.“ Der Konkurrenzvorschlag: Die lichten Hallen sollen zu Künstleratelier umgebaut werden.

Mitten hinein in die Volksfeststimmung platzierte Männel den Hinweis, dass das verlassene Depot „nun rasch verfallen könnte, wenn da keiner mehr aufpasst“. Ein Wink Richtung Düsseldorfer Politiker, nun zügig zu entscheiden.

Der 15-jährige Julian Zimmermann hat sich unterdessen ganz der virtuellen Schiene verschrieben. Zusammen mit vier Freunden programmiert er eine Fahrt in der 711 von der Universität bis zum Jan-Wellem-Platz. Jedes Haus entlang der Strecke wird orginalgetreu modelliert. 10 000 Arbeitsstunden stecken schon drin; „knapp die Hälfte ist fertig“. Für Straßenbahnfans könnte die Simulation zum Weihnachtsgeschenk werden.

Dirk Neubauer


Kommentare
Aus dem Ressort
Vater missbrauchte Tochter (7) und filmte dabei
Prozess
Ein 48-jähriger Familienvater muss sich derzeit wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Er gab zu, regelmäßig Sex mit der Sieben- bis Achtjährigen gehabt zu haben. DIe Polizei hatte bei einer Durchsuchung Filme von dem Angeklagten und seiner Tochter...
Die Stadt Düsseldorf vermarktet jetzt ihr Sturmholz
Unwetterschäden
Im Düsseldorfer Forst sind, das sind die neuesten Zahlen, 20.000 Bäume zerstört. Immer noch ist es sehr gefährlich, die Wälder zu betreten. Bis Ende September sind die Wälder gesperrt. Die Aufräumarbeiten können noch Monate dauern, sagen Experten. Indes vermarktet die Stadt ihr Sturmholz.
Feuerwehr musste Papageien-Retter selbst aus Baum befreien
Rettungsaktion
Die Düsseldorfer Feuerwehr rettete am Donnerstagabend einen Mann aus rund acht Meter Höhe, der einen ausgebüxten Papagei von einem Baum holen wollte. Den Kletterer hatten die Kräfte verlassen, als er in acht Metern Höhe war. Der Papagei schaute sich die Rettungsaktion an und flog dann weiter.
Riesenrad kommt im Winter wieder zum Düsseldorfer Burgplatz
Altstadt
Das Riesenrad auf dem Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt kommt wohl auch 2014 zurück. In den Vorjahren bekam Schausteller Bruch die Genehmigung immer recht kurzfristig. Das soll sich mit dem neuen OB Thomas Geisel ändern. Der hält das Fahrgeschäft für eine "echte Bereicherung für die Altstadt".
Düsseldorferin klagt gegen Teldafax-Vorstand
Prozess
Drei Jahre war sie Teldafax-Kundin, dann bekam sie plötzlich keinen Strom mehr: Das Unternehmen war pleite. Weil sie aber kurz zuvor noch über 955 Euro Jahresabschlag für das Folge-Jahr gezahlt hatte, fühlt sich die Kundin getäuscht. Sie verklagte einen ehemaligen Teldafax-Vorstand und wirft ihm...
Fotos und Videos
Ich packe meinen Koffer
Bildgalerie
Fotostrecke
Aufbau der Düsseldorfer Rheinkirmes
Bildgalerie
Rheinkirmes
Morgen geht’s los
Bildgalerie
Kirmes
1000 qm Luxus
Bildgalerie
Hotel