Kunst vor Gericht
Wer klaut angekaute Kaugummis?
19.08.2010 | 22:06 Uhr 2010-08-19T22:06:00+0200
Düsseldorf. Wer hat sich diese Kaugummi-Kunst einfallen lassen? Eine Künstlerin hat Kunstbesitzer Carlo Schröter verklagt, weil er Kaugummi-Bilder öffentlich dem Künstler Francois Morellet (84) zugeordnet hatte. Sie selbst sei die Urheberin.
Wer ist der wahre Künstler der Kaugummi-Bilder, bei denen auch immer eins angekaut ist? Das muss demnächst das Landgericht Düsseldorf klären.
Denn eine Künstlerin hat Kunstbesitzer Carlo Schröter verklagt, er habe bei der Ausstellung „Wie Essen zur Kunst wurde“ im April 2009 im Malkasten sechs Werke von ihr unter falschem Namen ausstellen lassen.
Der Kunstverein Malkasten hatte damals die private Sammlung Schröters gezeigt, die er aus dem Restaurant „Spoerri“ am Burgplatz mitgenommen hatte. Das legendären Lokal hatte der Künstler Daniel Spoerri 1968 gegründet. Zahlreiche Künstler gingen bei ihm aus und ein, fertigten spontan Kunstwerke aus Alltagsgegenständen und Essbarem, die dann dort zu sehen waren - so entstand die Galerie „Eat Art“.
Klägerin nur Morellets Assistentin?
Nach der Schließung 1981 des Lokals rettete Spoerris Geschäftspartner Carlo Schröter einige Werke, diese wurden 2009 im Malkasten gezeigt.
Zu sehen waren auch sechs Collagen aus schwarzer Leinwand, auf der helle Kaugummi-Streifen abstrakte Muster ergeben, in der Mitte jeweils ein angekautes Kaugummi klebt. Als Künstler wurde Francois Morellet (84) ausgewiesen, auch im Katalog stand sein Name. Und in der Presse waren die Kaugummi-Bilder ebenfalls als sein Werk genannt worden.
Nach Ansicht Schröters war die Klägerin nur Morellets Assistentin, hat die Bilder nach seinen Vorgaben und Skizzen erstellt. Sie sieht sich jedoch als die Urheberin der Collagen, hat ihn auf Unterlassung verklagt und will, dass das Urteil öffentlich bekannt gemacht wird.
Der Prozess findet am Mittwoch, 25. Ausgust, am Landgericht Düsseldorf statt.
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