Wer hat Schuld am Übergewicht?

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ie englische Kolumnistin Katie Hopkins polarisiert aktuell Großbritannien, indem Sie die Frage nach der Schuld von Übergewicht und Fettsucht stellt. Dazu hat sie ein Selbstexperiment gestartet, bei dem sie innerhalb von drei Monaten bedingt durch Überernährung und mangelnde körperliche Aktivität 20 kg zunahm. Ziel dieser Aktion ist laut ihrer Aussage, nachzuweisen, dass an Übergewicht nicht die Industrie und deren Werbung, sondern die Betroffenen selbst schuld sind! Die Reaktionen fielen entsprechend emotional aus.

Doch unabhängig von der Schuldfrage müssen wir uns in Anbetracht der durch Fettsucht ausgelösten Erkrankungen fragen, welche Belastungen die Gesellschaft tragen kann und zu tragen bereit ist. Die finanzielle Belastung kann sich durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs verschärfen, wonach Adipositas unter bestimmten Bedingungen als eine Behinderung eingestuft werden kann. Damit stehen die Betroffenen unter einem besonderen Kündigungsschutz und erhalten auch mehr Urlaub, um die Teilhabestörung am normalen Leben auszugleichen. Doch endet die persönliche Freiheit nicht dort, wo sie von anderen eingeschränkt wird? Wenn das Gesundheitssystem an die finanziellen Grenzen von uns allen stößt, werden wir uns irgendwann den von Katie Hopkins angestoßenen Fragen emotionsfrei stellen müssen.

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