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Hooligans

Wenn die Polizei zweimal klingelt

28.05.2008 | 18:48 Uhr

Szenekundige Beamte besuchen 104 gewaltbereite Düsseldorfer Fußballfans, die während der EM unter Beobachtung stehen.

Für das Team von Bundestrainer Jogi Löw beginnen die abschließenden Trainingseinheiten vor der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz. Die Polizei geht vor dem Turnierstart am 7. Juni ebenfalls in die Offensive. In diesen Tagen besuchen Beamte 104 gewaltbereite Düsseldorfer Fußballfans. In Gesprächen soll den stadtbekannten Hooligans deutlich gemacht werden, dass sie unter Beobachtung stehen. „Dieses Vorgehen hat sich schon bei der WM 2006 bewährt”, so Polizeisprecher Markus Niesczery.

Szenekundige Polizisten verdeutlichen ihren „Pappenheimern” vor der EM nochmals, dass sie in einer „Hooligan-Datei” erfasst sind und im Visier sind. 27 Düsseldorfer bekommen für die Dauer des Turniers Meldeauflagen. „Sie behalten zwar ihren Bewegungsfreiraum, müssen sich aber regelmäßig melden”, erklärt Michael Schulte, Sprecher des Landesamts für polizeiliche Dienste Nordrhein-Westfalen (LPZD) in Duisburg.

Der Behörde angeschlossen ist die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), die unter anderem die Sammeldatei „Gewalttäter Sport” führt. Sollte ein Hooligan Tickets gekauft haben, den Koffer packen und in die Schweiz oder Österreich reisen, droht ihm statt EM-Stimmung Knastatmosphäre. „Wenn wir merken, dass ein Aktenkundiger sich entgegen der Warnung auf den Weg macht, sperren wir ihn ein. Sich der Aufforderung zuhause zu bleiben zu widersetzen, ist eine Straftat.”

 Während die deutsche Polizei im Vorfeld verhindern will, dass Randalierer das Fußballfest stören, sind die Polizisten aus den Nachbarländern schon frühzeitig ins „Trainingslager” gegangen, um vor Ort Randale zu verhindern. Unter anderem in Düsseldorf sammelten sie 2006 Erfahrungen. Schulte: „Damals hatten wir die Masse der gewaltbereiten Täter im Griff. Die Kollegen haben gesehen, wie es geht.”

Markus Bülles

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