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Was für ein verrücktes Rennen

14.02.2010 | 17:22 Uhr

Düsseldorf. Was für ein verrücktes Rennen. So etwas gibt es nur im Linksrheinischen: Da rast Venetia Janine rückwärts auf dem Holzkarren über die Niederkassler Straße, angeschoben von Tonnenbauer Georg Hoppe und gestützt von den Männern der Prinzengarde.

Und auf dem Rückweg geht Prinz Dirk I. die Puste aus. Euer Hoheit braucht erst einmal ein Alt. Per majestätischen Erlass erfolgt die nicht ganz bierernste Gerstensaft-Zwangspause für alle.

Ganz ohne Schummeln

Das diesjährige Tonnenrennen in Niederkassel war besonders spektakulär. Schon der Start des Laufes Tonnenbauer gegen Prinz verlief nicht ganz reibungslos. Denn der närrische Landwirt Hoppe erschien zunächst nicht. „Ich glaub der hat Angst und ist schon in der Dorfschänke. Der hat beim Training schon knapp verloren”, witzelt Karl-Heinz Danzeglocke, Präsident der Tonnengarde.

Seit 123 Jahren laufen die Niederkassler mit den Tonnen auf den Holzkarren um die Wette. Und wie so viele gute Ideen, war auch das außergewöhnliche Rennen eine Schnapsidee. „Die Bauern haben in dieser Jahreszeit Lärm gemacht, um die bösen Geister zu vertreiben und dafür Schnaps gekriegt”, erklärt Zugleiter Werner Hansen. „Aus der Wette eines Bauern entstand das Tonnenrennen.” Dabei hat der erste Sieger vor 123 Jahren gepfuscht und die Strecke abgekürzt.

Ganz ohne Schummeln, dafür mit 0,2 Liter Altbier mehr im Magen kam Prinz Dirk I. als Erster über die Ziellinie. Gefeiert wurde das Jeckenoberhaupt und die rund 60 weiteren Teilnehmer von hunderten Zuschauern an der Strecke. Darunter auf der Ehrentribüne: die Bürgermeisterinnen Hock und Strack-Zimmermann und Ratsherr Rolf Tups.

Pirkko Gohlke

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