Warum Regisseur Sönke Wortmann so gern in Düsseldorf lebt

Lebt gern in Düsseldorf: Regisseur Sönke Wortmann.
Lebt gern in Düsseldorf: Regisseur Sönke Wortmann.
Foto: dpa/Archiv
Was wir bereits wissen
Regisseur und Produzent Sönke Wortmann spricht im Interview über seine Wahlheimat Düsseldorf und den neuen Film „Frau Müller muss weg“.

Düsseldorf.. „Kleine Haie“, „Das Wunder von Bern“, „Der bewegte Mann“ oder „Deutschland – ein Sommermärchen“. Diese und andere Filmklassiker zählen zu Sönke Wortmanns größten Publikumserfolgen und lockten Millionen Zuschauer in die Kinos. Wortmanns Schulkomödie „Frau Müller muss weg“ läuft nun in deutschen Kinosälen. Bei einem Elternabend, er aus dem Ruder gerät, dreht es sich um Burn-out, ADHS, Karrierefrauen, Mobbing und die Tücken des Schulsystems. Bei der Premiere im CineStar-Filmpalast in Heerdt sprach – der Regisseur und Produzent aus Düsseldorf über seine Wahlheimat und das neue Werk.

Herr Wortmann, Sie selbst sind dreifacher Familienvater. Haben Sie schon „schräge“ Erfahrungen auf Elternabenden gesammelt?

Sönke Wortmann: Wir können von Glück reden, dass unsere Kinder an einer Schule mit sehr vernünftigen Eltern untergebracht sind. Neben Schulausflügen und Essen gibt es nicht viel Aufregendes zu diskutieren. Soweit es zeitlich passt, gehen meine Frau und ich gemeinsam zu den Elternabenden. (Er lacht). Ich drücke mich nicht. Die Schauspieler in „Frau Müller muss weg“ verkörpern hingegen wirklich schreckliche Eltern, die viel Druck an der Schule machen. Generell sollten Erziehungsberechtigte lernen, etwas „cooler“ und lockerer zu sein.

Wie sehen Sie unser Bildungssystem generell?

Wortmann: Das Thema ist abendfüllend. Aber soviel: Meiner Meinung nach war es keine gute Idee, an deutschen Schulen die G8-Reform umzusetzen und die Schulzeit am Gymnasium von neun auf acht Jahre zu verkürzen. Darunter leiden nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer, weil zu viel Lernstoff in zu kurzer Zeit eingetrichtert wird. Zudem sollte die Allgemeinbildung stärker in den Fokus gerückt werden.

2012 haben Sie „Frau Müller muss weg“ für das Berliner Grips-Theater inszeniert. Warum haben Sie sich entschlossen, das Stück nun auch ins Kino zu bringen?

Wortmann: Die Themen Bildung und Schule gehen jeden etwas an. Und nach den Aufführungen des bitterbösen Kammerspiels in der Hauptstadt lag es quasi auf der Hand, das Stück auch auf die Leinwand zu bringen, denn im Film erreicht man natürlich viel mehr Leute. Mit der Besetzung, unter anderem sind Anke Engelke, Ken Duken oder Gabriela Maria Schmeide als Frau Müller zu sehen, bin ich äußerst zufrieden – sie verkörpern ihre Rolle perfekt. Komödie

Sie sind in Marl geboren und wohnen seit vielen Jahren in Düsseldorf. Was hat Sie hierhin verschlagen?

Wortmann: Die Liebe. Meine Frau ist hier geboren. Es fiel mir auch überhaupt nicht schwer, hierhin zu ziehen, denn ich mochte Düsseldorf schon immer gerne. Die Stadt ist schön und hat alles, was ich brauche – Kultur, einen Fluss, einen Flughafen, von dem ich schnell von A nach B komme, und einen Fußballverein, zu dem ich gerne gehe.

Wo trifft man Sie in der Stadt?

Wortmann: Alles verrate ich natürlich nicht – aber des Öfteren trifft man mich im Schauspielhaus oder im Kino.

Nach dem Abitur wollten Sie Fußballprofi werden. Wie kamen sie zu Ihrem heutigen Beruf?

Wortmann: Fußballer werden wollen viele Jungs im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Aber über die dritthöchste Spielklasse bin ich nie hinausgekommen und habe meine Grenzen gesehen. Ich habe meine Sportkarriere letztendlich zu Gunsten eines Regiestudiums in München beendet. Seitdem bin ich auf einer guten Spur und hatte beruflich viel Glück. Ich mache meinen Job wirklich gerne.

Sie haben viel erreicht und wurden mehrfach ausgezeichnet – unter anderem zweimalig mit dem Bambi, dem Adolf-Grimme-Preis oder dem Deutschen Filmpreis. Was wollen Sie noch erreichen?

Wortmann: Natürlich wünsche ich mir, dass „Frau Müller muss weg“ auch im Kino erfolgreich wird und ich auch in Zukunft Filme machen kann – und diese auch finanziert bekomme. Mal lustig, mal dramatisch: Die Vielfalt und die diversen Genres reizen mich und gefallen mir besonders an meinem Beruf.