Warnung vor „allerlei Tricksereien“

Was wir bereits wissen
Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns braucht niemand einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, sagt die Gewerkschaft.

Düsseldorf..  Nicht in die „8,50-Euro-Arbeitsvertragsfalle“ tappen: Mehr als 57 400 Beschäftigte in Düsseldorf profitieren vom neuen gesetzlichen Mindestlohn. Aber gerade sie sollten jetzt aufpassen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt: „Wenn der Chef einen neuen Arbeitsvertrag vorlegt und dabei auf den neuen Stundenlohn von 8,50 Euro verweist, ist Vorsicht geboten“, sagt Torsten Gebehart. Der Geschäftsführer der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal befürchtet, dass einige Arbeitgeber die Mehrausgaben beim Lohn jetzt auf die Beschäftigten abwälzen. „Konkret sieht das dann so aus, dass die Betriebe kein Urlaubsgeld mehr zahlen oder das Weihnachtsgeld streichen. Um das zu erreichen, versuchen sie jetzt, ihren Beschäftigten neue Arbeitsverträge unterzujubeln“, sagt Gebehart.

Kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld

Auch Nachtzuschläge oder Extrazahlungen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen könnten in einem neuen Arbeitsvertrag gestrichen werden. „Unterm Strich zieht der Beschäftigte dabei den Kürzeren: Anstatt mehr Geld durch den gesetzlichen Mindestlohn zu verdienen, steht er am Ende keinen Cent besser oder sogar noch schlechter da“, warnt der NGG-Geschäftsführer.

Beschäftigte müssten mit „allerlei Trickserei“ rechnen. Selbst wenn es „nur“ um weniger Wochenarbeitsstunden im neuen Arbeitsvertrag ginge, müssten Beschäftigte aufpassen. „Für sie kann dies bedeuten, dass sie die gleiche Arbeit dann in weniger Zeit erledigen müssen. Besonders übel sei es, wenn im Arbeitsvertrag geregelt werde, dass Überstunden erst später – beispielsweise innerhalb von zwölf Monaten – bezahlt werden müssen“, sagt Torsten Gebehart.

Die Gewerkschaft erwartet, dass etliche Beschäftigte aufgefordert werden, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben. Die NGG Düsseldorf-Wuppertal rät allen Betroffenen, sich vorher beraten und den neuen Arbeitsvertrag genau prüfen zu lassen. „Wer vorher nur acht Euro pro Stunde verdient hat, bekommt seit Januar 8,50 Euro. Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns braucht keiner einen neuen Arbeitsvertrag“, so Gebehart.

Wer vom Arbeitgeber aufgefordert wird, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, kann sich bei der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal informieren, unter 0211/506 695-0.