Wann wird es endlich wieder Winter...?
10.01.2012 | 16:31 Uhr 2012-01-10T16:31:00+0100
Düsseldorf. Wegen des milden Winters bleibt die Düsseldorfer Stadtreinigung auf ihren Salz-Vorräten sitzen.
Auf das Wetter ist nie Verlass. Nach den beiden letzten Rekordwintern hatten der Flughafen, die Stadt, die Rheinbahn und die Awista ihre Einsatzpläne überarbeitet und mehrere hunderttausend Euro in die Ausstattung investiert, um diesmal den Schneemassen zu trotzen.
Die Stadt kann jetzt sogar jederzeit einen Krisenstab einberufen. Doch die Generalprobe „droht“ auszufallen. Bei den fast frühlingshaften Temperaturen bleiben die Winterdienste auf ihren riesigen Salzvorräten sitzen.
3500 Tonnen Salz
Weil 2009 und 2010 das Tausalz knapp geworden war und akute Lieferengpässe bestanden hatten, ging die Stadtreinigung Awista diesmal auf Nummer sicher. Sie hortet 3500 statt 2000 Tonnen Streusalz in ihren drei Betriebshöfen am Höherweg, auf der Fichtenstraße und Auf dem Draap. „Das reicht aus, um 1400 Kilometer Straßen und Radwege zehn Mal abzustreuen.“, rechnet Awista-Sprecher Ralf Böhme vor. Doch in diesem Winter mussten die 23 Kehr- und Streufahrzeuge bisher nur ein einziges Mal ausrücken. Wenn das milde Wetter weiter anhält, werden dieses Jahr die Salz-Depots bis zum Rand gefüllt bleiben.
„Macht nichts“, betont der Awista-Sprecher. „Das Tausalz verwenden wir dann eben im nächsten Winter. Das Salz hat zwar bis dahin Feuchtigkeit aufgenommen, aber der Radlader muss nur ein paar mal drüber fahren, dann können wir wieder streuen.“
Die Awista fühlt sich bisher als Gewinner. „Wir sparen Kosten und wir machen weniger Überstunden“, berichtet Ralf Böhme. Diesmal könnte der Winterdienst gar einen satten Gewinn machen machen, denn er kassiert pro Jahr 2,5 Millionen Euro pauschal von der Stadt - egal, ob es schneit - oder nicht. „Unterm Strich gleicht sich das über die Jahre wieder aus“, so Böhme. Schließlich musste die Awista 2009, 2010 und 2011 draufzahlen. „Außerdem haben wir erst Januar. Wir wollen uns nicht zu früh freuen. Der Schnee kann noch kommen.“
Auf Nummer sicher
Die Rheinbahn hat bisher lediglich einmal ihren eigenen Winterdienst umsonst in Alarmbereitschaft versetzt - und zwar zu Weihnachten 2011. Aber nur so konnte das Verkehrsunternehmen auf Grund der unklaren Wetterprognose vorab sicherstellen, dass die Bahnen und Busse Heiligabend auf jeden Fall fahren. Insofern war die Vorsichtsvorkehrung berechtigt..
Letztlich wird der Verkehrsbetrieb von diesem Winter profitieren. Sprecher Georg Schumacher: „Wir sind über das Wetter froh. Denn nur ein einziger Schneetag würde uns 10 000 Euro kosten.“
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