Walder Straße: Stadt mietet Haus für Flüchtlinge

Hilden..  Die Kommune wird wohl in diesem Jahr noch mehr Asylbewerber aufnehmen müssen. Davon geht Sozialdezernent Reinhard Gatzke aus: „Oftmals erreichen uns die Zuweisungsmitteilungen der Bezirksregierung Düsseldorf aber nur wenige Tage vor ihrer Ankunft. Die bisherigen Häuser und Wohnungen reichen einfach nicht mehr aus.“

Deshalb hat die Stadt jetzt ein Haus an der Walder Straße angemietet. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH hat es gekauft. Das Gebäude wird hergerichtet und anschließend an die Stadt vermietet. Ab Frühsommer können dort etwa 30 Asylsuchende unterkommen. „Wir haben die Nachbarn schon informiert.“ Das sei für den Konzern Stadt Hilden die mit Abstand kostengünstigste Lösung, betont Gatzke. Die Kommune muss ohnehin für die Unterbringung der Asylsuchenden aufkommen. So landet die Miete in der Tasche der städtischen Tochtergesellschaft, die auf dem Grundstück irgendwann einmal öffentlich geförderte Wohnungen errichten kann.

Parallel dazu lässt die Stadt die dritte Etage einer Unterkunft für rund 250 000 Euro ausbauen. Dadurch können kurzfristig 35 bis 40 zusätzliche Plätze mobilisiert werden. Ebenso viele Plätze könnten noch in einem Heim an der Oststraße eingerichtet werden. Dann allerdings sind alle kostengünstigen Lösungen ausgereizt, machte Gatzke im Sozialausschuss klar: „An den vorhandenen Standorten können wir dann keine weiteren Plätze mehr schaffen.“

Noch vor zwei Jahren hat Hilden 71 Flüchtlinge beherbergt. Heute sind es 255, darunter 95 Kinder und Jugendliche. Die Asylsuchenden sind in Hilden vergleichsweise gut untergebracht. Das hat das Kreisgesundheitsamt nach einer Überprüfung der Unterkünfte im Oktober festgestellt. Die Kinder der Flüchtlinge besuchen Kindergärten und Schulen. In der Freizeit und in den Ferien werden sie – ebenso wie ihre Eltern – von Sozialpädagogen betreut. Dazu hat die Stadt einen Hausmeisterdienst eingerichtet. „Die Menschen brauchen unseren Schutz und unsere Hilfe“, bekräftigt Bürgermeisterin Birgit Alkenings. „Der Rückhalt in der Hildener Bevölkerung ist großartig. Viele Bürger engagieren sich persönlich und ehrenamtlich für die Betroffenen.“

Für die Männer unter den Flüchtlingen gibt es ein Sportangebot. Hilmi Hyseni, 1985 Vize-Boxlandesmeister in Jugoslawien, bietet ein Power-Fitness-Training an. Auch für Frauen soll es in Kürze ein Sportangebot geben, verspricht Gatzke. Einige Flüchtlinge kümmern sich um den ehemaligen Fabry-Kräutergarten neben dem Haus. Es gibt ein Spielzimmer für Kinder. Ein Team von Asylbewerbern spielte Fußball gegen eine Auswahl der Stadtverwaltung. Die katholische Gemeinde St. Jacobus betreut mittlerweile mehr als 50 syrische Flüchtlinge, darunter 36 Glaubensbrüder. Gemeindemitglieder bürgen für den Lebensunterhalt der Flüchtlinge, die einen anderen Rechtsstatus als Asylsuchende haben. Für die Krankheitskosten muss die Stadt aufkommen. Gatzke: „Wir konnten bislang noch nicht klären, ob diese syrischen Flüchtlinge auf unser Kontingent angerechnet werden.“