VRE-Keim in Frühchenstation - Klinik richtet Hotline ein

In einer Frühchenstation in Düsseldorf hat sich ein gefährlicher Darmkeim ausgebreitet. Das Bild ist ein Symbolfoto.
In einer Frühchenstation in Düsseldorf hat sich ein gefährlicher Darmkeim ausgebreitet. Das Bild ist ein Symbolfoto.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach dem Ausbruch eines gefährlichen Darm-Keims in einer Frühchenstation in Düsseldorf gibt es nun eine Telefon-Hotline. Viele Eltern seien in Sorge.

Düsseldorf.. Der Ausbruch von VRE-Keimen in der Frühchenstation des Düsseldorfer Florence-Nightingale-Krankenhauses hat viele Eltern in Unruhe versetzt. Seit Mittwoch hat die Klinik eine Telefon-Hotline geschaltet.

Babys "Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Eltern sehr ernst", sagt Krankenhaussprecherin Melanie Bodeck. Unter der Rufnummer 0211/409-3555 ist das Sekretariat der Kinderklinik zu erreichen. Die Anfragen werden an einen Arzt weitergegeben, der alle Fragen der Eltern klären soll, teilte das Krankenhaus mit. Direkt erreichbar ist die Hotline Wochentags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Ansonsten laufe ein Anrufbeantworter, die Klinik rufe dann zurück.

"Der Ausbruch ist uns sehr unangenehm und wir tun alles, um herauszufinden, aus welchen Gründen es dazu kam", sagt der ärztliche Leiter der Station, Dr. Martin Berghäuser. Bereits am 5. März hatte die Klinik durch regelmäßige Patientenscreenings erfahren, dass sich der Darmkeim VRE auf zwei Kinder ausgebreitet hat; ein Frühchen war infiziert, ein anderes war mit dem Keim "besiedelt", jedoch ohne Erkrankungssymptome.

VRE-Keim noch bei fünf Frühchen

Die Berichte über den Keim-Ausbruch hat mehrere Eltern verunsichert. Die Klinik betont, sie habe bereits am 5. März das zuständige Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf - dort hat man die Angabe bestätigt - über den Keim-Ausbruch informiert, früher als vorgeschrieben, und mit dem Amt umgehend Maßnahmen eingeleitet, um einen weitere Ausbruch einzudämmen. Mitte März sei die Station zudem für einige Tage geschlossen worden, sodass keine neuen Patienten angenommen wurden und nur 14 der insgesamt 24 Betten belegt waren.

Hygiene Der Keim hatte sich letztlich auf 13 Frühchen ausgebreitet. Aktuell seien noch vier Frühchen in der Klinik von dem Keim besiedelt, ein Kleinstkind werde mit Antiobiotika gegen eine Infektion behandelt. Sechs der Säuglinge seien inzwischen bei ihren Eltern zuhause.

Ausbrüche werden oft erst rückblickend erkannt

VRE-Keime sind nach Auskunft des Landeszentrums Gesundheit in Münster "sehr langlebig". Die Abkürzung steht für Vancomycinresistente Enterokokken. Es handelt sich um Darmbakterien, die zu den multiresistenten Keimen gezählt werden und bei geschwächten Menschen oder Frühchen lebensgefährlich sein können.

Ausbrüche etwa in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen sind innerhalb von 24 Stunden den Gesundheitsbehörden zu melden - wenn mindestens zwei Patienten infiziert sind. "Es kommt jedoch in Krankenhäusern oft vor, dass man erst rückblickend und Wochen später merkt, dass man es mit einem Ausbruch zu tun hat", sagt eine Gesundheitsschutzexpertin: Einzelfälle seien nicht meldepflichtig. Bei gesunden Menschen seien VRE-Keime zudem nicht ungewöhnlich oder gefährlich. (dae/WE)