VRE-Keim in Frühchenstation - Eltern beschuldigen Klinik

Auf der Frühchenstation des Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf hat sich ein gefährlicher Keim ausgebreitet. Unser Foto ist ein Archivbild.
Auf der Frühchenstation des Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf hat sich ein gefährlicher Keim ausgebreitet. Unser Foto ist ein Archivbild.
Foto: Archiv/dpa
Nach dem Bekanntwerden des Keim-Ausbruchs in einer Düsseldorfer Frühchenstation werfen Eltern der Klinik Vertuschung vor. Behörde zu spät informiert?

Düsseldorf.. Auf der Frühchenstation des Florence Nightingale Krankenhauses in Düsseldorf-Kaiserswerth haben sich in der Frühchenstation gefährliche Keime ausgebreitet. Laut einem Sprecher der Stadt, habe die Klinikleitung des Gesundheitsamt darüber Anfang April informiert.

Eltern aber werfen der Klinikleitung Vertuschung vor: Die Ausbreitung des Keims sei intern seit Anfang März bekannt gewesen. Dadurch hätte sich der Ausbruch auf mehrere weitere Frühchen ausgeweitet.

Es geht um VRE-Keime. Die Abkürzung steht für Vancomycinresistente Enterokokken. Es handelt sich um Darmbakterien, die zu den multiresistenten Keimen gezählt werden und bei geschwächten Menschen oder Frühchen lebensgefährlich sein können.

Klinikpersonal soll Eltern über Wochen vertröstet haben

Mittlerweile sind mehrere Frühchen mit dem Keim befallen; in Medienberichten ist von 13 Kleinstkindern die Rede. Zwei seien infiziert und zeigten Krankheitssymptome. "Soweit hätte es nicht kommen müssen", sagt der Vater eines der betroffenen Frühchens, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Krankenhauskeime Ab Anfang März durfte die Station nur noch in Schutzanzügen betreten werden, berichtet er. Auf Nachfragen von Eltern jedoch habe das Personal erklärt "es ist nichts, man habe alles im Griff". Erst Wochen später, "nachdem wir Druck gemacht haben", sei eingestanden worden, dass man es mit einem Keim zu tun habe und Kinder deshalb von anderen isoliert worden sind.

Als auch das eigene Frühchen von dem VRE-Keim befallen worden sei, hätten die Eltern das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf informiert und auf ein Gespräch mit der Krankenhausleitung gedrängt. Das sei am 31. März zustande gekommen - "einen Tag darauf informierte die Klinik das Gesundheitsamt über den Keimausbruch".

Hygiene Gerüchte, wonach bereits zwei Frühchen an der Folge des Keims gestorben seien, mochte die Klinikleitung am Dienstag telefonisch nicht beantworten und verwies eine Pressekonferenz am Nachmittag. Laut Landeszentrum Gesundheit NRW müssen Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen binnen 24 Stunden nach einem Keim-Ausbruch die zuständigen Gesundheitsbehörden darüber informieren.

In der Einladung zum Pressegespräch räumt die Leitung des Florence Nightingale-Krankenhauses am Dienstag ein: "Anfang März ist eine Häufung von Vancomycin-resistenten-Enterokokken (VRE) bei Patienten der Kinderintensivstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses aufgetreten." (dae/WE)