VRE-Keim in Frühchenstation - Behörde sieht Ausbruch beendet

Der VRE-Keim auf der Frühchenstation des Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf ist wohl überstanden. Unser Foto ist ein Symbolbild.
Der VRE-Keim auf der Frühchenstation des Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf ist wohl überstanden. Unser Foto ist ein Symbolbild.
Foto: Archiv/dpa
Nach dem Ausbruch des gefährlichen VRE-Keims auf der Frühchenstation eines Düsseldorfer Krankenhauses, ist die Hygiene offenbar wieder hergestellt.

Düsseldorf.. Aufatmen an der Frühchenstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses in Düsseldorf: Gut sieben Wochen nachdem dort Anfang März ein gefährlicher Darmkeim auf mehrere Frühchen übertragen wurde, scheint die Hygiene wieder hergestellt zu sein. Jüngst ausgewertete Untersuchungen hätten keinen neuen Befund des VRE-Keims gebracht, heißt es in einer Mitteilung Klinik vom Montag.

"Das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf erklärt den VRE-Ausbruch auf der Kinderintensivstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie für beendet", teilte am Montag Klaus Göbels mit, Leiter der Behörde. Wie die Klinik bekannt gab, sei man auch auf der betreffenden Station erleichtert: „Es ist sehr entlastend, dass es keinen neuen Befund bei der letzten Laboruntersuchung gab – für uns, die Mitarbeiter, aber auch für die Eltern auf unserer Station", sagt Dr. Martin Berghäuser, leitender Oberarzt der Frühchen-Abteilung und der Kinderintensivmedizin.

Drei Frühgeborene wegen VRE-Keim noch in Behandlung

Der Keim war erstmals am 4. März in der Klinik festgestellt worden; zwei Frühchen trugen ihn im Darm, eines der Kleinstkinder zeigte Infektionszeichen. In den Wochen darauf wurde der VRE-Keim insgesamt an 13 Frühchen festgestellt. Öffentlich wurde der Fall erst Anfang April, als sich Eltern an Medien wandten. Sie warfen der Klinik Vertuschung vor und fühlten sich nicht ausreichend informiert.

Derzeit würden noch drei Frühgeborene in der Klinik behandelt, weil sie den VRE-Keim im Darm tragen. "Für sie gelten weiterhin die eingeführten Barrieremaßnahmen2, sagt Dr. Holger Stiller, Vorstand der Kaiserswerther Diakonie und Direktor am Florence-Nightingale-Krankenhaus. Er kündigt zudem an: „Das Krankenhaus wird ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben, um den Fall im Nachhinein noch einmal zu analysieren.“ Babys

Seit fast vier Wochen kein positiver VRE-Befund mehr

Die Abkürzung VRE steht für Vancomycin-resistente-Enterokokken. Sie bezeichnet eine Bakteriengattung (Enterokokken), die aufgrund einer Unempfindlichkeit gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin nur mit anderen Antibiotika behandelt werden kann.

"Seit fast vier Wochen ist auf der Kinderintensivstation im Zusammenhang kein neuer Patient positiv auf VRE-Keime getestet worden. Das bestätigen die jüngsten Laborergebnisse", hieß es an der Klinik. Zuletzt waren alle Patienten der Kinderintensivstation in der Nacht von Sonntag, dem 12. April, auf Montag, dem 13. April, im Rahmen des letzten stationsweiten Screenings an Nase, Rachen und Anus abgestrichen worden.

Wie sich der Keim auf der Station von dem ersten VRE-besiedelten Baby auf die anderen Patienten ausgebreitet hat, ist unterdessen noch nicht geklärt. Für Oberarzt Dr. Martin Berghäuser eine unbefriedigende Situation: "Ich könnte besser mit einem Fehler umgehen, weil wir dann wissen, was wir korrigieren müssen", sagt er Anfang April im Gespräch mit dieser Zeitung. So stehe nun im Raum, "dass wir irgendwo in den Abläufen eine Lücke hatten". (dae/WE)