Von Mundart-Pop bis Schenkelklopfer

Was wir bereits wissen
ARD-Fernsehsitzung: 900 Besucher in der ausverkauften Düsseldorfer Stadthalle fühlten sich vier Stunden lang gut unterhalten.

Düsseldorf..  Der moderne Mix macht’s. Mundart-Pop, Comedy und ein paar Relikte traditionellen Karnevals sind die Ingredienzien, die dem Publikum eine Sitzung heutzutage schmackhaft machen. Das hat Stefan Kleinehr längst begriffen. Und so stellte der CC-Literat für die ARD-Fernsehsitzung wieder zielsicher ein Programm zusammen, das er den 900 zumeist begeisterten Besuchern in der ausverkauften Stadthalle als charmant-souveräner Moderator präsentierte.

Weil’s zuletzt fast nur Bitteres aus der Bütt gab, hielt Jürgen Hilger-Höltgen als einziger eine traditionelle Reimrede. Der Ex-Hoppeditz schlug sich dabei recht wacker, karikierte das Smartphone-Zeitalter und nahm die Achenbach-Affäre aufs Korn.

Pannen persifliert

Derber Witz und Schenkelklopfer waren die Erfolgsgaranten der Comedy-Protagonisten für Lacher im Publikum, mal mehr, meist weniger niveauvoll. Knacki Deuser persiflierte die Pannen bei der Bundeswehr als „nachhaltigen Pazifismus durch Ausrüstungsmängel“ und erklärte den Unterschied zwischen einer russischen Hochzeit und einer russischen Beerdigung: „Ein Betrunkener weniger.“

Volker Weininger mimte einen betrunkenen Sitzungspräsidenten, der sich über die Überalterung seines Vereins mokierte: „Wir geben mehr Geld für Grabschmuck als für den Rosenmontagszug aus.“ Und: „Die Pflege des Brauchtums hat Pflegestufe 3 erreicht.“

Den meisten Applaus kassierte Markus Krebs für seine Kalauer auf Kneipenniveau. Beispiel gefällig? „Ich war zu einem Umzug eingeladen und war als einziger verkleidet. Alle anderen haben geschleppt.“ Zotiges von Christian Pape und Bauchredner Klaus mit seinem Plüschaffen Willi komplettierten den Comedy-Part.

Musikalisch zeigte sich das jecke Publikum bestens unterhalten. Die üblich-verdächtigen Mundart-Bands wie De Fetzer, Alt Schuss, Halve Hahn, BOB und die Swinging Funfares sind halt Stimmungs-Garanten. Besonders gefeiert wurde Brings, die erste Band aus der Domstadt, die in der Düsseldorfer Fernsehsitzung auftrat.

Zwei Gardetanz-Nummern und die Präsentation des Prinzenpaares komplettierten auf traditionelle Weise das Programm. Die Regenten Christian und Claudia zeigten sich quantitativ wortgewaltig und schickten jede Menge belangloser Nettigkeiten in die Kameras.

Tusch und Helau.

Die ARD-Fernsehsitzung wird am Mittwoch vor Rosenmontag, also am 11. Februar, um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Weitere Teile des Programms zeigt der WDR am Abend des Veilchen-Dienstag, 17. Februar, in einer Gemeinschaftssendung mit den Münsteraner Karnevalisten. Motto: „Alle unter einer Kappe.“