Vom Leben in den Mega-Städten

Chinesische Mega-Städte sind im Februar Thema der Reihe „Architektur und Film“, die das Filmmuseum in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW präsentiert. Die Filme erzählen dokumentarisch und fiktional von der Faszination und vom Elend der Großstädte. Als Megastädte werden Städte bezeichnet, die zehn Millionen oder mehr Einwohner haben. Nahezu die Hälfte der 30 größten Städte der Welt liegt in Asien. Rasant wachsende Megastädte treiben die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voran, sind aber auch Orte sozialer Konflikte. Folgen des weitgehend unkontrollierten Wachstums: Wohnraummangel, Umweltzerstörung, Verkehrsprobleme oder die Unterversorgung mit Lebensmitteln.

Los geht es am Mittwoch, 4. Februar, um 20 Uhr mit „Bird’s Nest – Herzog und de Meuron in China“ (2008). Der Film von Christoph Schaub und Michael Schindhelm zeigt das Bauen zwischen zwei Kulturen, zwei architektonischen Traditionen, zwei politischen Systemen. Der Dokumentarfilm verfolgt ein Großprojekt der Basler Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron in China von der Entstehung bis zur Umsetzung: das Stadion für die Olympischen Spiele 2008 in Peking (Vogelnest).

Eine Woche später, am 11. Februar, um 20 Uhr erzählt die Tragikomödie von Ning Ying „I love Beijing“ (2002) vom Taxifahrer Dezi, der – getrieben vom Geldverdienen – Tag und Nacht durch die riesige Metropole fährt. Er lauscht seinen Fahrgästen, flirtet und beginnt Affären. Die Stadt spielt eine wichtige Rolle: Beijing, als gefräßiger Moloch mit unzähligen Baustellen und Scheinwerfern, die das nächtliche Dunkel erleuchten, damit weiter betoniert werden kann. Ein Film über die Ratlosigkeit derjenigen, denen es schwer fällt, sich an den schnellen Wandel Chinas zu gewöhnen.

Doku über Ai Weiwei

Am Mittwoch, 18. Februar, um 20 Uhr zeigt „The House in the Park“ (2010, Regie: Hercli Bundi) die Geschichte eines einzigartigen Projekts: 2002 erhielt der heute in Ungnade gefallene Künstler Ai Weiwei die Federführung für ein Megaprojekt. 17 internationale Architekten sollen 17 Pavillons am Rande der Großstadt Jinhua bauen, der Geburtsstadt seines Vaters. Ein Prestigeprojekt, das Investoren locken soll. Der Film schildert die unglaublichen, skurrilen Vorgänge um den Bau des „Kulturparks“, die Bürokratie, das Elend der Arbeiter.

Den Abschluss bildet am 25. Februar um 20 Uhr „Fallen Angels“ (1995, Regie: Wong Kar-wai). Wong Kar-wai erzählt die Geschichte eines Killers, der seinem tristen Tagewerk in diesem düster brodelnden Hexenkessel nachgeht. Hongkong wirkt hier nicht wie eine sterile Kulisse, sondern wie eine lebende Stadt, ein Hauptdarsteller des Films.

Die Filme laufen alle in der Black Box/Kino im Filmmuseum, Schulstraße 4. Der Eintritt beträgt sechs Euro, mit Black-Box-Pass vier Euro. Es ist empfehlenswert, Karten telefonisch unter 89-92232 zu reservieren. Mehr Infos: www.duesseldorf.de/filmmuseum